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LINZ / WIEN. Der Gesundheitskonzern mit Linzer Ursprung realisiert Großprojekte in 79 Ländern.

 

Vor 35 Jahren ist die Vamed aus dem Voest Industrieanlagenbau in Linz entstanden. Mit der gestern in Wien vorgelegten Bilanz hat sich das Unternehmen selbst ein Geschenk zum halbrunden Geburtstag gemacht. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 1,16 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich um acht Prozent auf 69 Millionen Euro.

 

"Wir haben ein äußerst erfolgreiches Jahr hinter uns, mit Bestwerten bei allen Kennzahlen", sagte Vorstandsvorsitzender Ernst Wastler bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Der Auftragsstand im Projektgeschäft lag zu Jahresende mit knapp zwei Milliarden Euro um 19 Prozent höher als Ende 2015. Allein im Jahresverlauf 2016 konnten Neuprojekte im Wert von einer Milliarde Euro an Land gezogen werden. In Österreich stieg die Zahl der Mitarbeiter um 170 auf rund 6000, weltweit sind es 17.400 Beschäftigte.

 

Breitgefächertes Know-how

 

Unter der Führung des Linzers Ernst Wastler hat sich die Vamed zum internationalen Gesundheitskonzern entwickelt, der Krankenhäuser und Reha-Kliniken in 79 Ländern weltweit realisiert. Der Konzern hat Expertise in Planung und Errichtung ebenso wie in der Aufstellung der notwendigen Finanzierung. In Schleswig-Holstein etwa entsteht zurzeit Europas größtes PPP-Projekt (kurz für Public Private Partnership): Die Vamed errichtet in Kiel und Lübeck ein gemeinsames Uni-Klinikum. "Wenn wir bei Ausschreibungen antreten, stehen uns Konsortien aus sieben Firmen gegenüber, damit sie alle unsere Leistungen anbieten können", sagt Wastler.

 

2016 ist der Vamed über ein Joint-Venture der Einstieg in Großbritannien gelungen. Mit Circle Health, einem Träger für Akut-Krankenhäuser, plant der Konzern vier Reha-Kliniken auf der Insel. Großbritannien habe eine gute Akutversorgung, bei der Nachsorge gebe es Potential, so Wastler. "Wir sehen Wachstumsszenarien." Auch an einer Ausschreibung der staatlichen Gesundheitsbehörde für den Reha-Sektor werde sich die Vamed beteiligen.

 

Neben dem Projektgeschäft hat der Konzern mit technischen Dienstleistungen ein zweites Standbein. 600 Gesundheitseinrichtungen mit 143.000 Betten werden betreut. Dazu kommen neun Thermen- und Wellnessbetriebe, darunter auch die Innviertler Therme Geinberg. 

 

Prestigeprojekt Charité Berlin im Wert von 175 Millionen Euro


„In Berlin ist es nicht Usus, dass Großprojekte erfolgreich abgewickelt werden“, konnte sich Vamed-Chef Ernst Wastler einen Seitenhieb auf die Dauerbaustelle Berliner Flughafen nicht verkneifen. Der von Wastler geführte Gesundheitskonzern Vamed sanierte und erweiterte in den vergangenen drei Jahren die Berliner Charité, Deutschlands größtes Universitätskrankenhaus. „Wir haben termin- und budgetgetreu übergeben.“


Auf 175 Millionen Euro belief sich das Projektvolumen. Ende November 2016 wurde übergeben. In diesen Wochen wird der Umzug abgeschlossen, dann werden die ersten Patienten die 3200 Betten belegen.

 

www.nachrichten.at


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