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Nach einem massiven Aderlass in den vergangenen zehn Jahren haben Österreichs Druckereien ihre Erlöse stabilisieren können. Das erste Mal seit sechs Jahren ist der Umsatz der Branche im Vorjahr nicht mehr gesunken, sondern im Vergleich zum Jahr 2015 um 0,8 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro gestiegen.

 

Auch die Zahl der Betriebe ist gleich geblieben, die Zahl der Mitarbeiter nur noch um 1,1 Prozent gesunken. Entwarnung gibt der Verband Druck & Medientechnik aber keine. „Die Branche hat sich konsolidiert, von Trendwende wollen wir aber noch nicht sprechen“, sagt die Geschäftsführerin des Verbandes, Alexandra Zotter, im Gespräch mit den OÖNachrichten.

 

Fast 3000 Jobs abgebaut

 

Wie heftig der Aderlass der Branche war, zeigt ein Vergleich mit den Zahlen des Jahres 2008. Damals setzte die Branche knapp zwei Milliarden Euro um und beschäftigte rund 10.000 Mitarbeiter. Im Vorjahr waren es 7100 Mitarbeiter, die 1,66 Milliarden Euro umsetzten.

 

Auch jetzt seien die klassischen Druckereien weiterhin unter Druck, sagt Zotter. So hätten etwa die Zeitungsdruckereien mit einem Minus von 3,9 Prozent abgeschlossen. Zuwächse verzeichneten eher Nischenanbieter und neue Druckdienstleister. Zotter nennt als Beispiel den Bereich Siebdruck.

 

Was die Branche ebenfalls beobachten könne, sei, dass die Auftraggeber wieder mehr darauf achten, wo sie drucken lassen. Großunternehmen müssten Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen. „Da macht es keinen guten Eindruck, wenn dieser aus einer Billig-Druckerei in Osteuropa stammt“, sagt Zotter. Darüber hinaus spielten Faktoren wie Qualität und Regionalität eine zunehmende Rolle, auch beim Druck.

 

Medienkongress in Linz

 

Der Verband will sich für neue Branchen öffnen. Diese Neuausrichtung soll sich vor allem beim ersten Druck- und Medienkongress, der am 19. Mai im Linzer Schlossmuseum stattfindet, manifestieren. Künftig sollen nicht nur Unternehmen aus dem grafischen Gewerbe, sondern auch branchenverwandte Berufe wie Schildhersteller, Textildrucker oder Direct Marketer im Verband Platz finden.

 

Die Veranstaltung selbst ist vom Konzept her ebenfalls neu. Gab es bisher den Druckertag, so sollen bei diesem Kongress „die Türen geöffnet werden“, sagt der oberösterreichische Landesgruppenobmann des Verbandes und Schirmherr der Veranstaltung in Linz, Heinz Friedrich. „Speed Datings, verlängerte Pausen und eine Gala am Abend tragen der Vernetzung und dem Austausch Rechnung“, sagt Friedrich.

 

Hermann Neumüller        www.nachrichten.at


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