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Nach Umsatz- und Gewinnplus drückt der Tiroler Leuchtenhersteller Eglo beim Wachstum weiter aufs Gas. 400 neue Jobs sind geplant. Preise steigen.

 

Pill – Der weltweit tätige Tiroler Leuchtenhersteller Eglo hat Umsatz und Gewinn im Vorjahr kräftig steigern können und will auch heuer stark wachsen. „2016 war das beste Jahr der Eglo-Geschichte“, erklärte Vorstandschef René Tiefenbacher im TT-Gespräch.

 

Der Umsatz kletterte um 8,7 Prozent oder 38 Mio. Euro auf 479 Mio. Euro, womit Eglo knapp dreimal so schnell gewachsen sei wie der Gesamtmarkt. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 35 Mio. Euro. Damit stieg der Gewinn gegenüber dem Jahr zuvor um etwa 50 Prozent – das beste Ergebnis der Firmengeschichte, sagte Tiefenbacher. Wachstumsgeber seien vor allem West-, Süd- und Osteuropa gewesen. 2017 peilt Eglo ein ähnlich starkes Umsatzwachstum wie im Vorjahr an, womit erstmals die Umsatzmarke von einer halben Milliarde geknackt werden soll.

 

Den Mitarbeiterstand schraubte das Unternehmen 2016 weltweit um 685 Personen auf 4100 in die Höhe. Die Produktentwicklung wurde verstärkt. In Pill kamen 25 Jobs neu hinzu. Ebenso viele neue Mitarbeiter werden in der Tiroler Zentrale auch heuer wieder gesucht, sodass der Jobstand bis Jahresende hier auf 300 steigen soll. Der Hauptsitz wird aktuell für rund eine Million Euro ausgebaut, wobei neue Büros und eine neue Kantine im Dachgeschoß errichtet werden. Weltweit plant Eglo heuer, weitere 400 Jobs neu zu schaffen.

 

Die Tiroler haben mehr als 50 Vertriebsgesellschaften weltweit. Im Vorjahr sind Firmen in Kolumbien und im Libanon neu dazugekommen, heuer folgen Costa Rica und die Philippinen. Der Leuchtenhersteller produziert in China, Indien und Ungarn. Letztere zwei Standorte wurden im Vorjahr massiv ausgebaut. Nach zuletzt 31 Mio. Euro werden heuer 24 Mio. Euro an Investitionen fließen, sagte Tiefenbacher. Das Geld soll unter anderem auch dafür verwendet werden, weltweit eine Reihe von eigenen Eglo-Shops zu errichten. 2017 gebe es bereits etwa 40 Shops, mittelfristig sollen es aber „deutlich über hundert“ werden. „Wir stellen uns Flagship-Stores in allen Ländern mit eigenen Gesellschaften vor“, sagte Tiefenbacher. Vor allem Regionen mit schwachen Handelsstrukturen, etwa in Südamerika, hat er dafür im Visier. Eglo vertreibt sein Sortiment hauptsächlich über Baumärkte sowie den Möbel- und Fachhandel und zu kleineren Teilen via Diskont und E-Commerce.

 

Die Preise der Leuchten werden in diesem Jahr laut Tiefenbacher um bis zu fünf Prozent steigen. Gründe dafür seien der stärkere Dollar und höhere Kosten beim Containertransport und für Löhne. Zugleich gehe der Preisverfall bei der Leuchtdiode LED aber weiter. Die Preise für das Leuchtmittel seien von einst 40 Euro auf 2 Euro pro Stück gefallen. Bei LED-Leuchten werde der Preisanstieg daher „nicht so dramatisch“ ausfallen.

 

Eglo ist der größte Wohnraumleuchtenanbieter in Europa und gehört zu 100 Prozent der Familie um Gründer Ludwig Obwieser. Jährlich werden etwa 900 neue Produkte entwickelt, Trends sind neben LED-Leuchten Textil-, Vintage- und Holzlamellen-Leuchten. Neu hinzugekommen sind Leuchten, die per Smartphone-App gesteuert werden können.

 

Von Nina Werlberger       www.tt.com


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