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WIEN/SPITAL AM PYHRN. Autozulieferer aus Spital am Pyhrn präsentiert Abseilgeräte für Höhenrettung – Feuerwehren und Militär nutzen Geräte bereits.

 

Die Erinnerung an den Hochhausbrand in London, bei dem im Juni 79 Menschen starben, sitzt vielen Hochhausbewohnern in den Knochen. Was tun, wenn der einzige noch mögliche Fluchtweg aus dem Fenster führt, und das ist ganz oben?

 

"Immer mehr Privatpersonen fragen unser Selbstrettungssystem nach – und zwar aus ganz Europa", sagte gestern Martina Fuxjäger, Marketingleiterin der Mark Unternehmensgruppe aus Spital/Pyhrn. Wenn es um Arbeitssicherheit geht, ist die kleine Sparte "Mark Safe A Life", die der Automobilzulieferer vor sechs Jahren für seine Abseil- und Rettungsgeräte ins Leben rief, vor allem Industriekunden ein Begriff. Auch Militäreinheiten und Feuerwehren in Oberösterreich nützen diese Systeme.

 

Gestern ging das Unternehmen in Wien mit einer Live-Vorführung an der Gebäudefassade der Industriellenvereinigung am Schwarzenbergplatz in die Offensive. Nun soll diese oberösterreichische Produkterfindung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

 

Erfinder "evakuiert" sich selbst

 

Der Erste, der sich zur Demonstration 18 Meter aus dem zweiten Stock des Altbaus abseilte, war der Erfinder selbst: Rudolf Reitegger, technischer Leiter von "Mark Safe A Life", schlüpfte in den Sicherheitsoverall, hängte sich mittels Karabiner an das Abseilgerät und klinkte sich an den an der Mauer montierten Anschlagpunkt. Er warf das Seil aus dem Fenster und "evakuierte" sich sicher auf den Boden.

 

Kein System zur Massenrettung

 

Reitegger: "Es taugt zwar nicht als Massenevakuierungsmittel, aber ein Paket bestehend aus zwei Overalls kann eine ganze Familie retten." Wer sich eine derartige Haushaltsausrüstung anschaffen möchte, muss mit Kosten von 400 bis 500 Euro rechnen. Die Besonderheit dieses Systems: zwei Bremsen regeln die Seilgeschwindigkeit von 0,8 Meter pro Sekunde automatisch, die Hände bleiben frei.

 

Der Vertrieb läuft über Händler ab, die auf Produkte zur Arbeitssicherheit oder auf Höhenrettung spezialisiert sind. "Wir decken 90 Prozent der Länder in Europa ab und sind mit Partnern weltweit vertreten", sagt Fuxjäger. Im Vorjahr erzielte die Sparte, in der acht Mitarbeiter tätig sind, einen Umsatz von zwei Millionen Euro. Die Unternehmensgruppe Mark hat insgesamt 450 Mitarbeiter und setzt rund 70 Millionen Euro um. (sail)

 

www.nachrichten.at


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