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Reifenhandel: Der Unternehmer und frühere Präsident des FC Tirol, Othmar Bruckmüller, braucht Kapital – Verhandlungen über mögliche Partner blieben bisher ohne Ergebnis.

 

Nach Wozabal und Fill Metallbau könnte einem weiteren prominenten oberösterreichischen Traditionsunternehmen eine Insolvenz drohen. Bei Reifen Bruckmüller mit Sitz in Kremsmünster stehe es "Spitz auf Knopf", sagt ein Gläubigervertreter. Die Situation sei ernst.

 

Dass das Geschäft von Reifen Bruckmüller nicht erst seit kurzem Probleme hat, geht aus den Bilanzen hervor, die im Firmenbuch hinterlegt sind. Das negative Eigenkapital der Gesellschaft in Sierning betrug Anfang 2016 knapp eine Million Euro. Eine Insolvenz wurde damals ausgeschlossen, "weil ausreichend stille Reserven im Anlagevermögen vorhanden sind". Außerdem seien Haftungen des Eigentümers vorhanden. Ähnliches, nur in geringerem Ausmaß, gilt für die Gesellschaften in Leonding und Wels sowie Wals-Siezenheim. Der Reifengroßhandel in Kremsmünster mit 50 Millionen Euro Umsatz wies zwar einen kleinen Gewinn aus, hat aber eine Eigenkapitalquote von lediglich vier Prozent.

 

Gläubiger ungeduldig

 

Die Gläubiger drängten daher darauf, dass Firmenchef Othmar Bruckmüller eine Lösung präsentiert, die einen Schuldenabbau zum Inhalt hat. Verhandelt wurde dem Vernehmen nach mit mehreren Investoren. Darunter auch mit Polytec-Gründer Friedrich Huemer, der grundsätzlich bereit gewesen sein soll, etwa Immobilien (die erwähnten stillen Reserven) zu kaufen oder aber ins Unternehmen selbst einzusteigen. Bisher sind die Verhandlungen aber nicht zu einem Abschluss gekommen. Bis Mitte dieser Woche solle es ein Ergebnis geben, sagte Othmar Bruckmüller zu den OÖNachrichten. Die Gespräche hätten sich zuletzt etwas verzögert, weil entscheidende Teilnehmer nicht verfügbar gewesen seien. Auf die Frage, ob er sich nun ganz von der Firma trennen werde, sagte der 70-Jährige nur, dass er derzeit sehr viel arbeite und das natürlich nicht ewig so weitergehen könne.

 

Die Einschätzung von Beobachtern, dass es um die Firmengruppe mit ihren zahlreichen Gesellschaften schlecht stehe und eine Insolvenz möglich sei, wollte Bruckmüller nicht kommentieren. Er betonte, dass man bei seinem Unternehmen alles kaufen könne, was man im Bereich Reifen brauche. "Wir arbeiten auf Hochtouren", sagte er mit Verweis auf die derzeit starke Saison für Reifen-Anbieter. Vor der kalten Jahreszeit müssen Autofahrer Winterreifen montieren (lassen).

 

Der Schatten des FC Tirol

 

Aufsehen erregte der im Eigenmarketing höchst aktive Bruckmüller, als er im Herbst 2001 den hochverschuldeten Fußballverein FC Tirol als Präsident übernahm und zu sanieren versuchte. Vergeblich, der Verein ging gut ein halbes Jahr später in Konkurs. Es folgten jahrelange Prozesse um ausstehende Gehälter und Millionenzahlungen. Bruckmüller gewann die Fälle. Dem Image des Unternehmens hat das Engagement in Tirol allerdings nicht gutgetan. Abgesehen davon hatte Bruckmüller viel Geld in den FC Tirol gesteckt. Davor war Bruckmüller im Sportsponsoring und Society-Bereich fast omnipräsent gewesen.

 

Schon damals wurde er von den OÖNachrichten auf die zum Teil wenig erfreulichen Firmenbilanzen angesprochen. Und auch 2002 verwies er auf stille Reserven.

 

 

Dietmar Mascher und Alexander Zens            www.nachrichten.at


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