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AMSTETTEN. Der Amstettner Schalungskonzern "doka" hat seinen bisher größten Bauauftrag in Nordamerika an Land gezogen.

 

Die Unmengen Beton für die Dämme, Staumauern und das Keeyask-Wasserkraftwerk am Nelson River in Kanada werden in die Formen des Mostviertler Industriebetriebes gegossen. Hat es früher auch Kritik an „doka“ als Auftragnehmer  in Übersee gegeben, so hat die Betreiberfirma Manitoba Hydro die Ureinwohner an dem Großkraftwerk beteiligt, das 695 Megawatt Strom liefern soll.

 

Der Alltag auf der Großbaustelle in der Einöde Kanadas 700 Kilometer nördlich von Winnipeg ist kein Honiglecken. Neun Stunden schuften die Männer an den Gerüsten, biegen das Eisen, verdrahten die Stahlkabel. Um die Unmengen Erdreich für die Baugruben wegzuschaffen, wurden zwei eigene Schotterpisten durch die Wälder angelegt, auf denen die Schwerlastwagen zu- und abfahren können. Von Montag bis Sonntag wird durchgearbeitet, nach drei Wochen haben die Kumpels eine Woche frei, wo sie zurück in die Zivilisation gebracht werden. In dem Gewusel von 1200 Arbeitern auf der Großbaustelle dabei sind Techniker des Amstettner „doka“-Konzernes. Sie weisen die nordamerikanischen Bauarbeiter ein, wie die Schalungen aufzusetzen sind, dass sie mit den Gebäuden hochklettern können. 

 

“Für die Problemlösungen an der Baustelle am Nelson River haben wir ein Expertenteam aus vier Ländern zusammengestellt„, erklärt ein Firmensprecher aus Amstetten. Bei den Rahmenschalungen und Trägerschalungen hat „doka“ das Neueste für das Wasserkraftwerk der Mintoba Hydro bereitgestellt, das in den eigenen Forschungslabors entwickelt wurde. Bei den insgesamt nötigen 28.000 Quadratmetern Schalungen für das riesige Wasserkraftwerk hat man auch auf die Sicherheit der Arbeiter größten Wert gelegt. Überall wo Leute in der Höhe arbeiten müssen, sind sie mit Geländern und Käfigen gesichert.

 

Das Keeyask-Wasserkraftwerk soll im Jahr 2021 fertig sein und die Turbinen laufen, dass der Gigant ans Netz gehen kann. Bei manchen Projekten in Übersee hat es auch Kritik an den Schalungskonzern gegeben, dem vorgeworfen wurde, an massiver Zerstörung der Lebensräume von Ureinwohnern durch die Staudämme mit zu profitieren. Manitoba Hydro beteuerte, dass man vor Baubeginn das Großprojekt umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfungen unterzogen habe. Außerdem sind die vier lokalen Indianerstämme der Tatskaweyak Cree Nation, der War Lake First Nation, der York Factory First Nation und der Fox Lake Cree Nation zu 25 Prozent an dem Großprojekt beteiligt, deren 75-prozentiger Mehrheitsgesellschafter die Manitoba Hydro ist. Von den 1200 Arbeitern auf der Baustelle seien zudem fast die Hälfte Ureinwohner, mehrheitlich Crees.

 

Hannes Fehringer       www.nachrichten.at


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