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Schon im Vorjahr und auch heuer wächst Oberösterreichs Wirtschaft stärker als die gesamtösterreichische Wirtschaft. Nur die Steiermark hatte bzw hat  knapp die Nase vorne. Das geht aus einer Studie der Bank Austria hervor. Die beiden Bundesländer seien Industriehochburgen mit starker Exportausrichtung und profitierten so besonders von der guten Weltkonjunktur, so Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria.

 

Die steirische Wirtschaft wuchs im Vorjahr um 3,7 Prozent. In Oberösterreich betrug das Wachstum 3,6 Prozent, gefolgt von Tirol (+3,5 Prozent) und dem Burgenland (+3,3 Prozent). Genau im Österreichschnitt lagen Kärnten und Vorarlberg (jeweils +3 Prozent), darunter Niederösterreich (+2,9 Prozent), Wien und Salzburg (jeweils +2,6 Prozent).

 

Die kräftige Binnenkonjunktur respektive der anhaltend starke Konsum brachte auch den Dienstleistungsländern hohes Wachstum, so die Bank Austria am Montag. In Tirol zum Beispiel wuchs der Produktionssektor dank der Auslandsnachfrage stark, und die gute Tourismussaison stützte den Dienstleistungssektor. Im Burgenland trieben der Bau und die Industrie das Wachstum. Die BIP-Kaiserin Steiermark profitierte stark von der gutgehenden Weltkonjunktur; während industrienahe Dienstleistungen für Impulse sorgten, hinkte der Bau hinterher. In Oberösterreich gab neben der exportorientierten Industrie die Bauwirtschaft Schwung. Auch in Kärnten florierten Bau und Industrie, ebenso in Vorarlberg und Niederösterreich. In Niederösterreich war dafür der Beitrag der Landwirtschaft negativ.

 

Die Schlusslichter Wien und Salzburg sind zwei Bundesländer mit einem starken Dienstleistungssektor, ihnen halfen 2017 die guten Nächtigungszahlen im Tourismus. In der Bundeshauptstadt trug der Servicesektor den Aufschwung, der Bau wurde hingegen vom Tiefbau ausgebremst. Die Wiener Industrie produzierte erstmals seit 2011 mehr. In Salzburg hingegen musste die Industrie das dritte Jahr in Folge Einbußen hinnehmen und der Bau stagnierte. Das Wachstum kam auch in Salzburg von den Dienstleistungen.

 

Für 2018 rechnet die Bank Austria in Österreich nur mehr mit einem BIP-Anstieg von 2,8 Prozent. Über dem Schnitt dürfte laut Prognose die Wirtschaft in der Steiermark (+3,4 Prozent), in Oberösterreich (+3,3 Prozent) und in Tirol (+3,1 Prozent) wachsen, ebenso diesmal Salzburg und Vorarlberg (jeweils +3 Prozent). Wien sieht die Bank Austria bei +2,6 Prozent, das Burgenland und Niederösterreich bei je +2,5 Prozent. Als Schlusslicht wird mit +2,4 Prozent Kärnten erwartet.

 

Für die Zukunft wird entscheidend sein, entsprechend in Forschung und Entwicklung zu investieren. Österreich ist eines der zehn reichsten Länder der Welt. Damit das so bleibe, müsse das Land unbedingt in die Forschung investieren, sagt Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Der Bundesländervergleich des Geldhauses zeigt, dass jene Länder mit niedriger Forschungsquote ein geringeres Einkommen ausweisen.

 

"Unsere Produktivität, unser Einkommen pro Kopf, unser Wohlstandsniveau ist eines der höchsten der Welt", so Bruckbauer am Montag in einer Pressekonferenz. "Wir brauchen eine hohe Wertschöpfung pro Mitarbeiter, damit wir diesen Wohlstand halten können." Das gehe nicht mit "simpler Dienstleistung", die wenig Wertschöpfung bringe.

 

Die heimische Forschungsquote sei mit 3,16 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder Forschungsausgaben von 11,7 Mrd. Euro im Jahr 2017 bereits sehr hoch. Der OECD-Schnitt liege bei 2,4 Prozent.

 

Innerhalb der einzelnen Bundesländer ist die Streuung aber sehr hoch, wie die Bank Austria erhoben hat. Während die Steiermark im Jahr 2015 eine Forschungsquote von 5,16 Prozent aufwies, betrug sie im Burgenland nur 1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Neben der Steiermark erfüllen laut Bruckbauer schon jetzt Wien, Oberösterreich, Kärnten und Tirol die Zielvorgabe der EU-Kommission, bis 2020 3 Prozent des BIP für Forschung auszugeben.

 

 

 

Hermann Neumüller              www.nachrichten.at


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