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LINZ. Gute Stromversorgung, Datenleitungen, Kühlwasser und Fachkräfte – all das bedarf es für ein funktionierendes Datencenter. Genau diese Zutaten fand der deutsche Handelskonzern Schwarz (Lidl, Kaufland) auf dem Areal des stillgelegten Kohlekraftwerks Riedersbach im Innviertel vor.

 

 

Auf einer Fläche von 18.000 Quadratmetern errichten die Deutschen dort nun Österreichs größtes Rechenzentrum. Ab Herbst 2018 werden in Riedersbach Daten aus den europäischen Handelsfilialen der Schwarz-Gruppe verarbeitet.

 

"Die Voraussetzungen waren in Riedersbach geradezu ideal. Der Standort verfügt über ein hervorragend ausgebautes Glasfasernetz", sagte Matthias Raßbach, Geschäftsführer Immobilien bei Lidl Österreich bei der gestrigen Präsentation des Projekts. Man wolle vor allem regionale Firmen mit der Errichtung beauftragen, ergänzte Lidl-Österreich-Geschäftsführer Christian Schug. Lidl habe allein 2016 zehn Millionen in Oberösterreich investiert. Wie viel das neue Datencenter kostet, wollte das Handelsunternehmen nicht genau bekannt geben. Die Rede war von einem "mittleren zweistelligen Millionenbetrag".

 

Für Wirtschafts-Landesrat Michael Strugl soll das Lidl-Rechenzentrum erst der Anfang einer Entwicklung in Oberösterreich sein. Mit der Digitalisierung würden Rechenzentren zur notwendigen Infrastruktur eines Standorts. "Wir sind im Gespräch mit weiteren, internationalen Partnern", sagte Strugl gestern.

 

Google nicht vom Tisch

 

Auch das viel diskutierte Rechenzentrum des IT-Konzerns Google in Kronstorf sei noch nicht vom Tisch. Strugl hat erst im November den Datencenter-Verantwortlichen von Google am Hauptsitz Mountain View getroffen. 2018 entscheide sich die Zukunft dieses Projekts. Energie-AG-Generaldirektor Werner Steinecker bezeichnet Riedersbach als "Glücksfall", weil der Standort mit relativ geringem Aufwand an die europäische Daten-Halsschlagader angebunden werden könne. Er will neben Lidl weitere Betreiber von Rechenzentren in Riedersbach ansiedeln.

 

Neben dem Grenzgebiet zu Deutschland hat die landeseigene Wirtschaftsagentur Business Upper Austria zwei weitere mögliche Standorte für Datencenter identifiziert, in Timelkam und im Raum Enns-Steyr. Voraussetzung sind zusammenhängende Flächen von bis zu 50 Hektar.

 

www.nachrichten.at

 

 


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