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Der oberösterreichische Automobilzulieferer Polytec war im vergangenen Jahr auf der Überholspur. Die Unternehmensgruppe hat 2017 das beste operative Ergebnis (Ebit) ihrer 32-jährigen Firmengeschichte erzielt. Es stieg um 5,1 Prozent von 52,4 auf 55,1 Millionen Euro. Davon profitieren auch die Aktionäre: Die Dividende soll von 0,4 auf 0,45 Euro je Aktie angehoben werden. Den Umsatz konnte Polytec um vier Prozent von 650,4 auf 676,4 Millionen Euro erhöhen.

 

Als Hauptgrund für die positive Entwicklung nennt der Vorstandsvorsitzende Friedrich Huemer im Geschäftsbericht die allgemein gute Konjunktur. "Diese schlägt sich traditionell auf unsere Branche nieder." Polytec stellt Kunststoffteile her. In der größten Sparte für Personenkraftwagen gab es ein schmales Plus von zwei Prozent auf 434,1 Millionen Euro. Hauptverantwortlich für das Umsatzwachstum zeichnete die Sparte Nutzfahrzeug-Teile: Hier gab es ein kräftiges Plus um zwölf Prozent auf 165 Millionen Euro. Der Umsatz im Geschäftsbereich Non-Automotive (z.B. Solarwannen) blieb mit 77,3 Millionen Euro stabil (2016: 77,6).

 

Als Wermutstropfen macht Polytec die Debatte um mögliche Diesel-Fahrverbote in Deutschland aus. Hatte sich die Abgas-Affäre bei den deutschen Autoherstellern in den vergangenen beiden Geschäftsjahren kaum ausgewirkt, so ist das nun anders. "Die Abrufe von Produkten für Dieselfahrzeuge sind spürbar zurückgegangen. Eine grundlegende Abkehr vom Diesel würde uns natürlich kurzfristig treffen", wird Vertriebsleiterin Alice Godderidge im Geschäftsbericht zitiert.

 

Das bestätigt auch Unternehmenssprecher Paul Rettenbacher den OÖNachrichten: "Ein Drittel unserer Kunden stammt aus der VW-Gruppe. Die Diskussion verunsichert letztlich auch die Konsumenten." Weil das Unternehmen sich aber nicht nur auf Diesel spezialisiere, sondern auch für Benzinantrieb und E-Mobilität entwickelt, sei man "sehr gut aufgestellt", so Rettenbacher.

 

260 Millionen Euro Investitionen

 

Bis 2020 investiert die Unternehmensgruppe 260 Millionen Euro. Der Großteil davon fließt in den Neu- und Ausbau von Werken und in die Digitalisierung. Der Konzernsitz in Hörsching wird, wie berichtet, um 3,5 Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht.

 

In der Gruppe beschäftigt Polytec 4500 Mitarbeiter an 26 Standorten. In Österreich sind es 539 Beschäftigte. (rom)

 

 

www.nachrichten.at

 


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