Sprache: DE EN

 

 

Wien. Der österreichische Gesundheitsdienstleister Vamed hat 2017 mit einem Betriebsergebnis (Ebit) von 76 Millionen Euro sein zwölftes Rekordjahr in Folge erlebt. Der Auftragseingang übertraf den Vorjahreswert um 8 Prozent und lag bei 1,1 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

 

Neue Markteintritte gelangen der Vamed im vergangenen Jahr in Dänemark, Spanien, Äquatorial-Guinea, Sambia und Nepal. Bis 2020 will das Unternehmen seine globale Präsenz von derzeit mehr als 80 auf 100 Länder erweitern.

 

 

Mittlerweile macht die Vamed knapp 70 Prozent ihres Umsatzes im Ausland und betreibt in 84 Ländern Polikliniken, Universitätskrankenhäuser, Rehazentren, aber auch Thermen wie die Therme Wien - oft gemeinsam mit der öffentlichen Hand (Public Private Partnerships, PPP).

 

Größter privater Reha-Anbieter in Österreich

 
In Österreich ist die Vamed auch am Krankenhausmarkt präsent, etwa im Wiener AKH. 2017 hat der Konzern gemeinsam mit der MedUni Wien in Gars am Kamp ein Gendermedizinforschungszentrum eröffnet. In St. Veit im Pongau wurde der "Leuwaldhof" gebaut, Österreichs erste Krebs-Reha für Kinder und deren Angehörige. "Damit sind wir der größte private Reha-Anbieter in Österreich", so Wastler.

 

Zudem bekam die Vamed den Zuschlag für die Errichtung von Strahlentherapiezentren im Krankenhaus Hietzing und am SMZ-Ost, Auftraggeber ist der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV). Dies ist der 25. PPP-Auftrag der Vamed.

 

Im deutschen Duisburg hat die Vamed, die großteils dem deutschen Gesundheitskonzern Fresenius und zu 13 Prozent der Republik Österreich gehört, einen Sterilgutspezialisten mehrheitlich übernommen und ist damit in dem Bereich Marktführer in Deutschland. In der Schweiz sind die Wiener nun der zweitgrößte private Reha-Anbieter, im Vorjahr kaufte man die Rehaklinik Seewis in Graubünden.

 

Obwohl die Vamed 72 Prozent ihres Umsatzes in Europa macht, ist sie auch in fernen Ländern präsent. Der Afrika-Anteil liegt bei 8 Prozent. Wastler hofft, dass er nächstes Jahr wieder steigt, denn 2017 machte dem Konzern dort die Rohstoffpreisentwicklung zu schaffen. Viele Länder seien sehr von Erdöleinnahmen abhängig, daher sei die Finanzierung schwierig gewesen, zudem habe der Internationale Währungsfonds (IWF) die Staatshaushalte "reglementiert". In Asien beziehungsweise der Pazifikregion macht die Vamed 16 Prozent ihres Umsatzes, 4 Prozent in Lateinamerika. Vor zehn Jahren hatte der Auslandsanteil des Unternehmens erst 47 Prozent betragen, heute fast 70, so Wastler.

 

Heuer will die Vamed organisch wachsen und sich aufs Dienstleistungsgeschäft konzentrieren. Dessen Anteil überstieg 2017 erstmals die 50-Prozent-Marke.

 

Gefragt, ob die Vamed interessiert sei, Spitäler der Unfallversicherung zu übernehmen, sagte Wastler, das österreichische Erstattungssystem lasse es - im Gegensatz zum deutschen - nicht zu, in der Akutversorgung Gewinne zu erzielen. Daher seien in diesem Bereich hauptsächlich kommunale beziehungsweise gemeinnützige Träger tätig.

 

 

https://www.wienerzeitung.at


Zurück zur News-Übersicht