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Eine neue 1500 Quadratmeter große Holzelemente-Fertigungshalle wurde feierlich eingeweiht. Ein Generationenwechsel steht bevor.

 

Höfen – 370 Gäste kamen zur offiziellen Eröffnung der neuen Elemente-Fertigungshalle von Holzbau Saurer nach Höfen. Eng wurde es trotzdem nicht. Auf 28 Metern Breite, 48 Metern Länge und 13,5 Metern Höhe fand ein jeder seinen Platz im festlich geschmückten Saal. Ein erster Aha-Effekt schon bei der Begrüßung: Neben Bürgermeister, Landesrätin und Pfarrer wurden einzig noch die fünf neuen Lehrlinge namentlich willkommen geheißen. Eine besondere Wertschätzung und klare Botschaft in einem Betrieb mit 100 Beschäftigten, unter denen kein einziger Hilfsarbeiter zu finden ist.

 

Der neue vollautomatische Roboter spielt schon auf der Klaviatur von Industrie 4.0. Hier wird Holz zur frei beschneidbaren „Masse“. Großflächige Elemente von 4 x 50 Metern können genauso produziert wie dreidimensionale Freiformen geschaffen werden. Manfred und Wolfgang Saurer betonten, dass durch technische Schübe noch nie ein Arbeitsplatz in ihrer Firma verloren gegangen sei, ganz im Gegenteil.

 

Rupert Maleczek vom Institut für Konstruktion und Gestaltung an der Universität Innsbruck präsentierte seine Forschungen bezüglich freier Formen im Holzbau. Vor allem Faltungen wie bei Papier-Origami, nur in Holz, haben es ihm angetan. Ein Diplomand durfte sich bei Holzbau Saurer „austoben“. Herausgekommen ist eine Bar (Bild oben). Die Idee dahinter: Ebene Materialien in Plattenform werden gebogen. Nach dem Biegen entstehen sehr belastbare Formen. Die Schwierigkeit: Nicht die Formen werden ausgefräst, sondern Platten müssen nach dem Biegen geometrisch zusammenpassen.

 

Im Zuge der Firmenfeier fand der Höfener Bürgermeister Vinzenz Knapp kritische Worte, die er Landesrätin Zoller-Frischauf mit auf den Weg ins Landhaus geben wollte. Knapp: „Das politische Experiment Schwarz/Grün sollte in Tirol noch einmal überdacht werden. Ich erlebe die Problematik dauernd bei den Bauverhandlungen. Behörden legen den Unternehmen immer noch mehr in den Weg. Beamte können Projekte zwei, drei Jahre hinauszögern. Das kostet die Firmen sehr viel Geld und Arbeitsstunden.“ BM Knapp sprach von „unabhängigen, weisungsfreien Baustellenverhinderern“, die allmächtig seien.

 

Wolfgang und Manfred Saurer gaben am Ende der Feier dann noch eine weitreichende Entscheidung bekannt. Im Lauf des Jahres 2018 werden sie übergeben und die Unternehmensführung zurücklegen. In die operative Leitung rücken aus dem Familienverband Christian, Florian und Jakob Saurer, außerdem Franz-Peter Angerer vor.

 

Manfred (l.) und Wolfgang Saurer (r.) stehen vor der Firmenübergabe im Jahr 2018 und präsentieren die neue vierköpfige operative Führung: Franzpeter Angerer sowie Christian, Florian und Jakob Saurer (v. l.).

Manfred (l.) und Wolfgang Saurer (r.) stehen vor der Firmenübergabe im Jahr 2018 und präsentieren die neue vierköpfige operative Führung: Franzpeter Angerer sowie Christian, Florian und Jakob Saurer (v. l.).

 

Von Helmut Mittermayr          www.tt.com


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