ANSFELDEN. Nach Angaben der OECD wird sich der Kunststoffverbrauch in Indien zwischen 2019 und 2060 voraussichtlich mehr als verfünffachen.
Der Ansfeldner Recyclingmaschinenbauer Erema und das Kärntner Unternehmen Lindner Washtec, an dem Erema beteiligt ist, betreiben künftig eine Service- und Vertriebsniederlassung in Indien. Der Markt für Kunststoffrecycling wächst laut Geschäftsführer Manfred Hackl rasant: „Indien ist einer der dynamischsten Märkte für Kunststoffrecycling weltweit. Mit Erema India schaffen wir die Rahmenbedingungen, um unsere Kunden noch gezielter zu betreuen.“
Indiens Bevölkerung von 1,47 Milliarden Menschen und das weitere Wachstum der Mittelschicht treiben die Nachfrage nach Konsumgütern und damit auch nach Kunststoffprodukten weiter an. Nach Angaben der OECD wird sich der Kunststoffverbrauch in Indien zwischen 2019 und 2060 voraussichtlich mehr als verfünffachen. Um die daraus resultierenden Mengen an Kunststoffabfällen zu bewältigen, hat das Land ambitionierte Ziele für die Kreislaufwirtschaft
eingeführt. Strengere EPR-Vorschriften (Extended Producer Responsibility) sowie der Ausbau von Sammel- und Sortiersystemen erhöhen die Bedeutung des Kunststoffrecyclings weiter. Allein im Bottle-to-Bottle-Bereich sollen bis 2026 rund 25 Recyclinganlagen mit einer Gesamtkapazität von
etwa 600.000 Tonnen installiert werden.
Erema baut Anlagen, die Kunststoff-Rezyklat herstellen. Sie bereiten PET-Flaschen und anderen Plastikabfall wieder auf. 2023 ist Erema, das im Eigentum von mehreren Familien ist, mit dem Kärntner Unternehmen Lindner zusammengegangen. Lindner baut Anlagen, die Müll zerkleinern und säubern, Erema solche, die den Kunststoff wieder in die gewünschte Form bringen. Gemeinsam konzipieren sie Anlagen, die den Reinigungsvorgang und das Recycling im Verbund erledigen. Erema hält 50 Prozent der Lindner-Tochter Washtec. Erema erzielte zuletzt mit 860 Mitarbeitern 330 Millionen Euro Umsatz.
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