BURGHAUSEN. Die OMV-Tochter will an der Grenze zum Innviertel die Produktion kreislauffähiger Kunststoffe vorantreiben.

Borealis kündigte die Investition am Dienstag an. Es gehe um die nächste Generation kreislauffähiger Kunststoffe, die sich durch verbesserte Reinheit, Verarbeitbarkeit und Leistung auszeichneten. Zum Einsatz kommen die Kunststoffe bei Verpackungen, Mobilität, Fasern und im Gesundheitswesen. 

Hintergrund der Investition ist die EU-Verordnung für Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) mitsamt dem Ziel, bis 2030 zu 100 Prozent auf recycelbare Verpackungen umzustellen. 

„Dadurch ermöglichen wir unseren Kunden, in einem sich schnell verändernden regulatorischen und marktwirtschaftlichen Umfeld weiterhin führend zu bleiben“, sagt Craig Arnold von Borealis. 

Der Standort im bayerischen Chemiedreieck ist eng in den Konzernverbund integriert: Die Muttergesellschaft OMV betreibt in Burghausen eine Raffinerie, die das Borealis-Werk direkt mit wichtigen Vorprodukten versorgt.

Die Investition fällt in eine Phase des Umbaus für Borealis. Das Unternehmen gehört zu 75 Prozent der OMV und zu 25 Prozent der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc). Die Eigner treiben derzeit Pläne für einen Zusammenschluss voran: Borealis soll mit dem ebenfalls im Adnoc-Einflussbereich stehenden Petrochemieunternehmen Borouge und dem kanadischen Hersteller Nova Chemicals fusionieren. Borouge ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Adnoc und Borealis mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Durch den Zusammenschluss würde ein weltweit bedeutender Anbieter für Polyolefine entstehen. Der Abschluss der Fusion ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.

www.nachrichten.at