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Vivax-Chefin will Pleite abwenden. Der Entschluss zur Schließung des 2005 gegründeten Unternehmens sei am Donnerstag gefallen. 10.000 Kunden bangen um Fahrrad-Service.

 

 

Wörgl – Trotz der seit Jahren steigenden Beliebtheit von E-Bikes steht der Wörgler E-Motoren-Hersteller Vivax Drive vor dem Aus. Grund dafür seien Lieferengpässe bei Fahrrädern. Vorbestellte Fahrräder hätten deshalb nicht ausgeliefert werden können, sagte Vivax-Drive-Geschäftsführerin Monika Schweitzer auf TT-Anfrage. Weil neben dem Verkauf auch die hauseigene Werkstätte schließt, ist die Fahrrad-Wartung für die rund 10.000 Kunden in der Schwebe.

 

„Es ist jetzt leider traurige Gewissheit, dass ich das Geschäft nicht so weiterführen kann, weil ich keine Einnahmen habe“, erklärt Schweitzer, die den Betrieb in Wörgl bereits geschlossen hat. Lieferanten hätten Räder, die im Februar bestellt wurden, bislang nicht an Vivax geliefert. Grund dafür seien Produktionsengpässe bei Rahmen in Asien aufgrund der Corona-Krise. Wegen der fehlenden Einnahmen bei den zugleich hohen Vorleistungen habe man sich entschlossen, den Betrieb zu schließen. 6 Mitarbeiter sind betroffen.

 

Schweitzer hofft, noch einen Teil der vorbestellten Räder ausliefern zu können. „Die sollen noch kommen. Aber das hören wir bereits seit Monaten.“ Bei den Motoren – dem eigentlichen Produkt des Unternehmens – gebe es hingegen keine Engpässe. Vivax verbaut einen unsichtbaren, ultraleichten elektrischen Sattelrohrmotor, der den Radfahrer unterstützen soll. Die Wörgler Firma bietet den Motor im Fahrrad verbaut oder auch zum Nachrüsten an. Trotz des E-Bike-Booms sei es aber nicht gelungen, mit dem „Nischenprodukt“ am Markt breiter Fuß zu fassen. Zuletzt wurden rund 350 Räder pro Jahr verkauft. Zu den besten Zeiten waren es bis zu 1500. Die Fahrräder sind im oberen Preissegment angesiedelt.

 

Der Entschluss zur Schließung des 2005 gegründeten Unternehmens sei am Donnerstag gefallen. Daraufhin habe man allen Kunden, von denen die Bankverbindung bekannt ist, ihre Anzahlung zurücküberwiesen. „Diejenigen, die mit Kreditkarte bezahlt haben, bitte ich, sich bei uns zu melden. Es ist gesichert, dass jeder sein Geld zurückbekommt“, sagt Schweitzer.

 

Derzeit sei man auf der Suche nach Servicepartnern, die künftig die Wartung der in der Vergangenheit verkauften Räder übernehmen. Für September sei ein Ausverkauf der Ersatzteile geplant. Eine Insolvenz des Unternhemens soll laut Schweitzer abgewendet werden. (ecke)

 

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