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Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen geht es in dieser Woche in etlichen Werken wieder los. In Graz beginnt die Produktion auf den BMW- und Jaguarlinien bei Magna Steyr Mitte Mai.

 

Dieses Hochfahren der internationalen Autobauer werde nach Einschätzung des Vorstandschefs des oberösterreichischen Zulieferers Miba, F. Peter Mitterbauer, langsam vor sich gehen. "Es wird die Lieferkette vor allem in Italien und Spanien klemmen. Da steht dann schnell ein Band."

 

Die Miba mit Zentrale in Laakirchen und 2700 Beschäftigten mit zehn Firmen in Österreich hängt fast zur Hälfte am Automotive-Geschäft. Sowohl in Westeuropa als auch in den USA steht die Industrie. In diesem Bereich sei das Unternehmen "voll betroffen".

 

In Österreich gilt vorerst bis Juni gilt Kurzarbeit. Das Sinterteile-Werk in Vorchdorf sei zwei Wochen komplett stillgestanden und startet mit 20 Prozent der Kapazität. Mitterbauer erwartet selbst nach einem Hochfahren auch Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten, die den Autokonzernen zu schaffen machen werde. Es sei ein Fahren auf Sicht, so Mitterbauer. Weniger Auslastungsprobleme gebe es bei den Gleitlagern. Dort laufe die Teileproduktion für Schiffsmotoren und Windräder "mit einem leichten Rückgang". In der Sparte Leistungselektronik werden Teile auch in medizinischen Geräten verbaut. Diese Bereiche liefen gut.

 

Die hohe Eigenkapitalquote von 50 Prozent und dass das Unternehmen de facto keine Schulden habe, gebe Zuversicht, die Krise gut zu überstehen. "Wenn uns das Geld ausgeht, haben viele andere schon längst aufgeben müssen."

 

Um Härtefälle unter den 7600 Beschäftigten weltweit abzufangen, hat die Eigentümerfamilie Mitterbauer einen Covid-19-Nothilfefonds installiert. Diskret und unkompliziert werde unter Einbindung der jeweiligen Standortleiter Mitarbeitern geholfen, die der Einkommensausfall durch Kurzarbeit in finanzielle Notlage bringe.

 

Wobei Mitterbauer sagt, dass vor allem international große Lücken entstünden. So habe die Slowakei noch keine Kurzarbeit beschlossen. In den USA, wo die Miba sieben Werke mit 1000 normalerweise Beschäftigten betreibt, sei die Not der Mannschaft viel größer. Auch im Werk in Indien gibt es Bedarf. Dotiert ist der Fonds mit 500.000 Euro. (sib)

 

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