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Bei Schutzausrüstung für medizinisches Personal gab es kritische Engpässe. Unternehmen stellen aus diesem Grund ihre Produktion um.

 

 

Wien –Noch sind sie meist in Arztpraxen und Krankenhäusern, im täglichen Leben jedoch erst selten zu sehen – trotzdem sind Atemschutzmasken gefragt wie nie zuvor. Auch bei medizinischen Schutzanzügen, Brillen, Handschuhen oder Desinfektionsmitteln kam es zuletzt zu Lieferengpässen. Bereits Ende Jänner, nach Bekanntwerden der ersten Coronavirus-Fälle in Europa, wurden die Apotheken gestürmt, wichtiger Schutz für medizinisches Personal wurde knapp.

 

Nachschub wird derzeit aus Deutschland erwartet. Für Masken und Co. erlaubte Berlin seit Anfang März den Export nur noch in Ausnahmefällen, diese harte Linie wurde diese Woche von der deutschen Regierung aufgehoben. Gleichzeitig gibt es bereits Debatten, wie die Produktion von Schutzausrüstung innerhalb der EU angekurbelt werden kann.

 

In Österreich setzt man auf die Eigenproduktion von notwendigem Material. Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) laufen Gespräche mit Unternehmen und Industriebetrieben, die ihre Produktion umstellen werden. Auch die heimischen Schneider, die derzeit ihre Geschäfte geschlossen halten müssen, helfen mit und satteln aufs Nähen von Schutzmasken um. Der Stoff für die medizinischen Masken kommt von der oberösterreichischen Faser-Firma Lenzing. Aktuell laufen die finalen Abstimmungen mit den Landessanitätsdirektionen.

 

Noch fehlen Desinfektionsmittel

 

 

So dringend benötigtes Desinfektionsmittel wird derzeit – neben Kosmetik – von den 75 Mitarbeitern der Firma Tunap in Kematen abgefüllt. Auch die Arzneimittelfirma Gebro Pharma in Fieberbrunn hat mit zusätzlichen Schichten auf die Verknappung von Desinfektionsmittel aufgrund der Coronavirus-Krise reagiert. Das Mittel zur Hautdesinfektion wird im Unterland vermehrt hergestellt, „aufgrund des großen Bedarfs in Apotheken und speziell in Krankenhäusern, wo Gefahr besteht, sogar Operationen nicht mehr durchführen zu können“, heißt es in einem Statement der Gebro Pharma. Rohstoffe und Verpackungsmaterial für das Arzneimittel wurden bereits vorsorglich auf Lager gelegt.

 

So genannte Spuckschutz-Produkte – also Plexiglas-Vorrichtungen zum Schutz vor einer Tröpfchenübertragung – werden von der Wörgler Firma Geotec hergestellt. Diese garantierten die Sicherheit der Mitarbeiter in jenen Geschäften, die einen Grundversorgungsauftrag haben. Mehrere Lebensmittelhändler haben bereits angekündigt, die Kassen mit Plexiglasscheiben auszurüsten.

 

 

www.tt.com           Von Cornelia Ritzer


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