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Innsbruck, Wien – Kleidung, Taschen, Schuhe und Sportartikel werden von den Österreichern immer noch bevorzugt in Geschäften probiert und gekauft, zeigt eine Gallup-Studie. Dennoch setzen Online-Riesen wie Amazon oder Zalando dem heimischen Modehandel zu. Der Standortberater Standort+Markt (S+M) schließt aber eine Schließungswelle im Modehandel nicht aus.

 

„Lag der Shopflächenanteil im Modehandel Ende 2013 noch bei 33,8 Prozent, ist er jährlich um durchschnittlich 2,3 Prozent auf derzeit nur mehr 31,5 Prozent gefallen“, heißt es in einer Studie zur Entwicklung der Flächen im Einzelhandel in den österreichischen Städten. S+M sieht darin einen Zusammenhang mit dem wachsenden E-Commerce. „Eine umfangreichere Schließungswelle im stationären Modehandel schließen wir nicht aus, denn Mietverträge sind häufig nicht umgehend einseitig kündbar“, schreibt der Standortberater.

 

Auch in der Innsbrucker Innenstadt sei eine solche Schließungswelle nicht ausgeschlossen, erklärt Roman Schwarzenecker von S+M auf TT-Anfrage. „Davon sind aber eher nicht die Filialisten betroffen. Filialisten haben eine höhere Kapitaldecke“, sagt Schwarzenecker. Jedoch hätten Modegeschäfte für die Innenstädte eine wichtige Funktion. „Mode prägt das Ambiente der Innenstädte. Beim Durchwandeln durch die Innenstädte sind Modehändler wichtig, sie dienen dem Ambiente der Stadt. Der Hemdenkauf ist mehr ein Erlebnis als der Lebensmittelkauf“, sagt der Standortberater. Die große Mehrheit der Österreicher – nämlich 80 Prozent – glaubt demzufolge auch nicht, dass der stationäre Modehandel verschwindet. Zwei Drittel vermuten aber, dass es hier in Richtung kleinerer Flächen geht.

 

In der Innsbrucker Innenstadt sind die Einzelhandelsflächen seit 2013 um 0,5 Prozent gesunken, zeigt die Erhebung von S+M. Den Einzelhandel in der Landeshauptstadt bewertet der Standortvermarkter in einer Schwerpunktanalyse der Innsbrucker Innenstadt als gesund.

 

Der Filialisierungsgrad in den besten Innsbrucker Lagen sei mit 37,2 Prozent der Flächen (Bundesschnitt rund 40 Prozent) der 740 Shops geringer als in anderen Landeshauptstädten. Was vor allem an der historischen Bausubstanz und den damit kleineren Shopflächen liege. Diese seien für Filialisten wie H&M, Zara und Co. in der Regel weniger interessant. Die geringe Fluktuationsrate von 8,5 Prozent (Bundesschnitt 10,9 Prozent) spreche zudem dafür, dass es der Stadt wirtschaftlich gut gehe.

 

Für den Modehandel in der Hauptstadt spreche außerdem der starke Tourismus. Innsbruck zählt mit 1,5 Millionen Nächtigungen hinter Wien und Salzburg unter den heimischen Städten die drittmeisten Urlauber. „Das fällt sicher ins Gewicht. Der Tourismus will ein schönes Ambiente und stützt den Einzelhandel“, sagt Schwarzenecker. Und auch 73 Prozent der Österreicher wollen laut der Gallup-Umfrage bei gleicher Qualität und gleichem Preis lieber in einem Geschäft kaufen als im Internet.

 

Mit 115.900 Quadratmetern verfügt die an Einwohnern fünftgrößte Stadt Österreichs über die viertgrößte Verkaufsfläche. Doch wie auch in anderen Bundesländern führe unter anderem die Anziehungskraft des Einzelhandels in der Landeshauptstadt zu einer Schrumpfung des Angebots in den kleineren Städten des Landes. (ecke)

 

www.tt.com


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