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In den vergangenen Monaten ist es verdächtig ruhig geworden um Kreisel Electric. Der Hype rund um die Werkseröffnung und den Einstieg des Schwarzenegger-Neffen Patrick Knapp-Schwarzenegger vergangenen September ist abgeflaut. Die hohen Erwartungen, die in das junge Mühlviertler Unternehmen gesetzt worden sind, müssen nun erfüllt werden.

 

"Vor einem Jahr haben wir noch in einer Garage produziert. In den vergangenen acht Monaten haben wir 60 neue Mitarbeiter aufgenommen", sagt Markus Kreisel, einer der drei Brüder und Gründer des auf E-Mobilität spezialisierten Unternehmens. "Und wir waren sehr optimistisch." Anders gesagt: Die ehrgeizigen Pläne konnten nicht gehalten werden. Zu Jahresende 2017 hätte erstmals in Serie produziert werden sollen, daraus wurde Anfang Juni 2018.

 

"Wir hatten schon beim Bau zwei bis drei Monate Verzögerung. Beim Serienstart waren es dann sechs Monate." Auftragsverzögerungen seien daraus aber nicht entstanden, betont Markus Kreisel. 500 Batterien sollen heuer das Werk in Rainbach verlassen. Im kommenden Jahr sollen es 2000 Stück sein. Unter den ersten Auslieferungen seien unter anderem Batterien für Flugzeugschlepper, Kleintransporter und Boote.

 

Der Übergang vom Start-Up zur Industrialisierung ist für das junge Unternehmen anspruchsvoll. 125 Mitarbeiter sind aktuell im Betrieb tätig. Parallel zum Hochlauf der Fertigung wurden die eigenen Produkte weiterentwickelt. Prozesse und Abläufe mussten etabliert werden.

 

Zudem werde parallel an 42 Projekten gearbeitet, wie zum Beispiel an Schnell-Ladestationen für die Porsche Holding Salzburg. Auch hier habe sich der Zeitplan deutlich nach hinten verschoben. Bei der Ankündigung der Partnerschaft im Jänner 2017 hatte es geheißen, die ersten Stationen würden voraussichtlich Mitte 2017 errichtet. Tatsächlich gehen die Ersten heuer in Betrieb. "Das ist ein Riesen-Entwicklungsprojekt. Da waren wir superoptimistisch", sagt Kreisel.

 

US-Geschäft noch flau

 

Die Investoren rund um Patrick Knapp-Schwarzenegger haben 15 Prozent der Anteile übernommen, was Kreisel Electric große mediale Aufmerksamkeit verschafft hat. Im Alltag bringt der strategische Partner – noch – wenig. "Die USA sind ein Wachstumsmarkt, zurzeit sind Europa und Asien aber weitaus dynamischer. Langfristig ist die Kooperation sinnvoll. Vielleicht war es zu früh", sagt Kreisel, der auch bestätigt, dass Gespräche mit anderen strategischen Partnern geführt werden. Diese seien fortgeschritten, er erwarte in den kommenden Monaten Ergebnisse. Pläne mit der heimischen Industrieholding B&C, die vor Monaten geführt wurden, haben sich indes verlaufen.

 

 

Susanne Dickstein      www.nachrichten.at       


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