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WELS. Die angestrebte Lösung mit der Beteiligung des Managements wurde mit Hilfe der Raiffeisen-Beteiligungsfirmen realisiert.

 

 

Endlich hat die Ungewissheit ein Ende: Seit drei Jahren steht die Bilfinger Gerätetechnik auf der Verkaufsliste des deutschen Bilfinger Konzerns. Dieser musste nach einem Korruptions- und Bilanzskandal die Firmengruppe neu ordnen – die kleine Firma mit Sitz in Wels passte da nicht mehr hinein.

 

Deren Kerngeschäft ist das Vermieten von Baugeräten und ganzen Baustellen-Ausstattungen. Nach einem monatelangen Auf und Ab, ob Bilfinger der lange geplanten österreichischen Lösung zustimmt, kam gestern die erlösende Nachricht: Die Verträge sind unterschrieben.

 

Die beiden zur Raiffeisenbanken-Gruppe Oberösterreich zählenden Beteiligungsfirmen Invest AG und die Raiffeisen KMU Beteiligungs AG übernehmen 46 bzw. fünf Prozent. Die verbleibenden 49 Prozent übernehmen die beiden bisherigen Geschäftsführer und der kaufmännische Leiter des Unternehmens. Gerhard Hunger wird 24,5-Prozent-Gesellschafter, sein Co-Geschäftsführer Christian Nimmervoll übernimmt 7,35 Prozent einer neu gegründeten Gesellschaft und Christian Ernst 17,15 Prozent.

 

Für das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern an sechs Standorten in Österreich und Deutschland und der Zentrale im Welser Industriegebiet bleiben aber auch die nächsten Monate spannend: Es gilt, möglichst rasch eigene Strukturen für Einkauf und IT aufzubauen. Die wurden bisher von der Konzernzentrale gesteuert.

 

Reinhard Schwendtbauer, Beteiligungsvorstand der RLB, nennt das "eine besondere Herausforderung für das Unternehmen". Schwendtbauer sagt zu den Perspektiven: "Wir wollen das Unternehmen am Markt weiter stärken." Der künftige Mit-Eigentümer Gerhard Hunger wird in einer Aussendung zitiert: "Mit der Invest AG als starker, regionaler Partner werden wir in dem wachsenden Mietmarkt weiter expandieren." Das Sortiment umfasst mehr als 11.000 Produkte, wie Container, Schweißmaschinen und Kraftfahrzeuge, aber auch Spezialwerkzeuge für diverse Branchen. Was noch fehlt, ist die Zustimmung der Kartellbehörden. Das wird im ersten Quartal 2019 erwartet.

 

Beginn als Gerätepark

 

2009 übernahm die damalige Bilfinger Berger Industrial Services die MCE AG – Teil davon war die Gerätetechnik. Die Firma war seit 1996 als Geräteverleiher aktiv. Zuvor wurde nur die damals noch verstaatlichte MCE betreut. 2001 ging die MCE an den austroamerikanischen Investor Gerhard Andlinger.

 

Die Österreich-Gesellschaften von Bilfinger haben seither viele Umstrukturierungen mitgemacht: Derzeit werden VAM und Chemserv fusioniert. Die Bilfinger MCE ging 2016 an Habau. Zwei kleinere Österreich-Gesellschaften stehen noch auf der Verkaufsliste. (sib)

 

 

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