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Innsbruck – Frühjahrsmesse, Alpinmesse, Hundeausstellung, Tattoo-Messe oder Frauenlauf – „die wirtschaftlichen Effekte von Veranstaltungen sind beträchtlich“, sagte Oliver Fritz vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo). Er untersuchte das Geschäftsjahr 2017/18 von Olympiaworld und Congress Messe Innsbruck (CMI), führte Interviews mit Besuchern und versuchte so, „die Effekte der durchgeführten Veranstaltungen für die Region zu erfassen“.

 

Obwohl diese „schwer zu fassen“ seien, sorgten Veranstaltungen, Kongresse, Bälle oder auch Laufveranstaltungen für eine „erhöhte Lebens- und Standortqualität“, erklärte Fritz. Die Wertschöpfungseffekte der beiden Standorte belaufen sich also nach Wifo-Berechnungen auf 380 Millionen Euro pro Jahr, den Veranstaltungstätigkeiten beider Unternehmen können laut Wifo 6000 Arbeitsplätze zugerechnet werden, davon allein in Tirol 3350. Und auch das Steueraufkommen kann sich sehen lassen: 125 Millionen Euro würden durch Events von der öffentlichen Hand eingenommen, die Sozialversicherungen kämen auf Einnahmen von rund 65 Millionen. CMI-Geschäftsführer Christian Mayerhofer bedankte sich auch umgehend bei seinen Gesellschaftern: „Ohne die Weitsicht und die Investitionen der Gesellschafter (Stadt Innsbruck, Land Tirol, Wirtschaftskammer, Innsbruck Tourismus) wäre diese Bruttowertschöpfung nicht möglich.“ Als Leitbetrieb der Tiroler Veranstaltungshäuser wolle er Innsbruck als Wirtschaftsstandort weiter fördern.

 

Auch Michael Bielowski, Geschäftsführer der Olympiaworld Innsbruck, bekräftigte die Bedeutung der öffentlichen Hand bei Veranstaltungen. Er betonte zudem, dass Sportveranstaltungen aus der Wifo-Studie ausgeklammert worden seien, mit „18 Millionen Bruttowertschöpfung und 300 Arbeitsplätzen“ sei er aber mit dem Ergebnis zufrieden.

 

Seine Hintergedanken, als er die Studie um 30.000 Euro beim Wifo in Auftrag gegeben hatte, fasste Innsbruck-Tourismus-Obmann Karl Gostner in – klare – Worte: „Wer mit öffentlichen Geldern ausgestattet wird, steht mitunter in der Kritik.“ Dass das Veranstaltungswesen ein „wichtiger Wertschöpfungstreiber“ ist, sei ihm klar gewesen: „Die tatsächliche Tragweite übertrifft aber mit ihren Zahlen nun doch alle Erwartungen.“

 

Besonders kaufkräftig sind übrigens Kongressteilnehmer. Ihre Ausgaben liegen im Schnitt pro Person bei rund 1400 Euro. Generell liegen die Ausgaben je nach Veranstaltung zwischen 40 und 150 Euro in der Olympiaworld, im Congress zwischen 300 und 530 Euro.

 

 

Von Verena Langegger             www.tt.com


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