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Die Sparmaßnahmen in vielen Unternehmen, dazu der Aufschwung des Homeoffice: Die Coronakrise stellt auch die Hersteller von Büromöbeln vor große Herausforderungen: "Viele Unternehmen wollten heuer neue Möbel anschaffen, mussten aber sparen", sagt Andreas Kreutzer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Branchenradar: Der Bereich Büromöbel sei einer der ersten, bei denen der Sparstift angesetzt würde.

 

Laut Branchenradar lagen die Herstellerumsätze 2019 bei 256,1 Millionen Euro. Für 2020 sei man ursprünglich von einem Wachstum von drei bis fünf Prozent ausgegangen, sagt Kreutzer. "Stattdessen rechnen wir mit einem Minus von rund zwei Prozent." Prognosen für 2021 seien schwierig: "Wir gehen aber davon aus, dass der Aufschwung erst 2022 kommen wird."

 

2020 werde kein "Rekordjahr", sagt auch Michael Fried, Geschäftsführer beim Waidhofener Hersteller Bene mit 700 Mitarbeitern. Sorgen mache man sich aber nicht: "Das Büro ist sicher nicht tot. Auch wenn viele Menschen aktuell von zu Hause arbeiten, gibt es eine große Sehnsucht nach der physischen Präsenz."

 

Die Krise habe aber gelehrt, dass es hier künftig flexiblere, modulare Lösungen geben müsse, die auch Distanz garantieren. Fried nennt das "Raum-in-Raum-Konzept" als Beispiel. Daher sei man auch für 2021 wieder zuversichtlich. Umsatzprognosen für das laufende Geschäftsjahr nennt Fried nicht.

 

Als weiteres Problem sieht Kreutzer, dass die heimischen Hersteller bereits seit mehreren Jahren an Boden verlieren: 2019 sei deren Marktanteil um 2,5 Prozentpunkte auf 43,1 Prozent gestiegen. Vor allem bei großvolumigen Projekten würden vermehrt ausländische Anbieter Angebote legen, vor allem Hersteller aus Deutschland.

 

Früher habe es mit Bene, Hali, Neudörfler und Svoboda vier große heimische Anbieter gegeben. Svoboda ging in Konkurs, die anderen drei wurden in der BGO Holding zusammengefasst. "Durch die Verengung des Angebots wird sehr viel Raum für ausländische Anbieter frei", sagt Kreutzer. Fried sieht dies natürlich anders: Für den Kunden sei nicht nur der Preis, sondern auch die Qualität ausschlaggebend. Und: "Die drei Marken sind weit voneinander positioniert."

 

 

Von Elisabeth Prechtl                www.nachrichten.at


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