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Die IGO Ortner Gruppe setzte inklusive ihrer assoziierten Unternehmen zuletzt bereits 6 Mrd. Euro um. Der internationale Wachstumskurs soll fortgesetzt werden, aber auch in Tirol wird erweitert.

 

 

Innsbruck – Im Jahr 1968 hat Klaus Ortner das 1903 von seinem Großvater Ignaz Ortner (der heutige Holding-Name IGO wurde von ihm abgeleitet) gegründete und dann von seinem Vater Josef Ortner (war auch einige Jahre Finanz- und Wirtschaftslandesrat in Tirol) weitergeführte Unternehmen übernommen – damals mit etwa 17 Mio. Schilling Umsatz und 100 Mitarbeitern. In den zurückliegenden 50 Jahren hat Klaus Ortner die massiv gewachsene Gruppe zu einer der ganz großen Nummern der österreichischen Wirtschaft entwickelt. Ein vielfach relativ unbekannter, weil in der Öffentlichkeit meist sehr zurückhaltend agierender Riese, der längst weit über Tirol und auch Österreich hinausgewachsen ist.

 

Zuletzt setzte die IGO Ortner Gruppe inklusive der assoziierten Gemeinschaftsunternehmen bereits 6 Mrd. Euro um und beschäftigt über 24.000 Mitarbeiter. Zur Gruppe gehören die 100-Prozent-Beteiligungen in Sachen Gebäudetechnik und Anlagenbau, neben Ortner auch HTG, Bacon, Elin, Insta-Bloc und andere. Ortner ist auch größter Aktionär des Baukonzerns Porr und hält große Anteilspakete am Immobilienentwickler UBM, an der Hospitalsgruppe oder am Gemeinde-Dienstleister Communalp. Eine ganze Reihe an Großprojekten in ganz Europa bis hin zu einem Milliarden-Projekt mit U-Bahn und Stadionbau in Katar und etlichen Hotels (für 5000 Betten ist man im Bau) wurden und werden verwirklicht.

 

„Besser Netz knüpfen als um Fische bitten“


Innsbruck — Beim ersten „Tag der Familienunternehmen" am MCI in Innsbruck referierte Klaus Ortner über seine nun seit 50 Jahren gelebten Prinzipien erfolgreichen Unternehmertums. Zu den Erfolgsrezepten von Unternehmern gehörten auf jeden Fall Fleiß, Mut, Können und auch viel Glück — in seinem Falle auch das Glück eines sehr stabilen und ausgeglichenen Familienlebens.

 

Sehr positiv ausgewirkt hätten sich auch flache Strukturen in seinen Unternehmen und das Bemühen um eine enge und langfristige Bindung zu den Mitarbeitern. Ein guter Chef müsse den Mut zu Entscheidungen haben, aber vorher sehr wohl bestens informieren und Aufgaben delegieren. „Man muss sich auch die besten Berater leisten, auch wenn diese teuer sind. Das ist meist billiger als schlechter Rat." Mitarbeitern dürfe aber nie etwas zugemutet werden, was nicht auch dem Chef zumutbar wäre. „Ein Unternehmer darf nie satt und zufrieden sein, denn in der Wirtschaft gewinnt der Bessere."

 

Man dürfe Konkurrenten nie unterschätzen und sich im besten Falle im Wettlauf immer in diese hineindenken, so Ortner. Um vorne zu sein, müsse man „gerade auch dorthin gehen, wo es anderen zu schwierig ist. Das Motto lautet: Geht nicht, gibt's nicht. Eine gute Kapitalausstattung sei extrem wichtig. „Es ist besser, ein Netz zu knüpfen, als um Fische zu bitten." Er habe den Großteil der Gewinne stets in den Unternehmen gelassen, statt sich ein Flugzeug, eine Yacht oder einen Picasso zu kaufen. „Das brauche ich alles nicht." (va)

 


Ortner (hat selbst noch 72,1 Prozent) hat vor Jahren 2,9 Prozent seiner Frau Friederike und je 12,5 Prozent seinen beiden Töchtern Iris und Nina überschrieben. Iris Ortner, die einst ihre erste Aufgabe „im jugendlichen Übermut“ im Betrieb mit einer Großbaustelle in Warschau übernahm, lenkt mit ihrem Vater die Holding und ist Geschäftsführerin bzw. Aufsichtsrätin in verschiedenen Bereichen, Nina Ortner (derzeit in Babypause) kümmert sich um den Immobilienteil der Gruppe.

 


„Wir glauben an integriertes Bauen und können über unsere Unternehmen von der Planung über die Umsetzung bis zur Betriebsführung alles anbieten, wenn der Kunde das will. Je komplexer etwa die Gebäudetechnik, desto interessanter wird es für uns“, sagt Iris Ortner. Es gehe um die wirtschaftlich und technisch beste Lösung. Man sei finanziell absolut unabhängig und habe keine Kreditschulden. Die Werte eines Familienunternehmens, dessen Geschicke heute von Tirol und Wien aus gelenkt werden, seien weiterhin extrem wichtig, so Ortner.

 

Die IGO Ortner Gruppe wachse auch in Tirol weiter, sagt Paul Unterluggauer (Chef von Ortner in Tirol und Süddeutschland und Finanzchef in der Holding). Der Firmensitz in Innsbruck wurde mit Millionenaufwand modernisiert und erweitert. Man sei auf Wachstumskurs und würde, wenn man sie finde, den aktuellen Personalstand von etwa 400 Mitarbeitern gerne um 10 bis 15 Prozent aufstocken. „Wir sind absolut darauf spezialisiert, unsere Leute top auszubilden“, sagt Unterluggauer. Bundesweit habe die Gruppe über 250 Lehrlinge in Ausbildung. Ziel sei auch, für Frauen (unter 10 % Anteil) attraktiver zu werden, so Unterluggauer und Ortner. „Wir sehen es in Polen: Allein die Bezeichnung Umwelttechnik ist für Frauen weit attraktiver als Maschinenbau.“

 

 

Von Alois Vahrner         www.tt.com


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