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Unter der Ägide der Hofer-Zentrale Sattledt expandiert die Diskontkette in Norditalien.

 

In Aldi Italia ist auch Österreich drin: 100 Lieferanten profitieren davon

Hofer-Generaldirektor Helm (li.) und Aldi-Italia-Geschäftsführer Veiser (re.) mit italienischem Mitarbeiter Bild: (Hofer)


Es ist eine Mammutaufgabe, die Lebensmitteldiskonter Hofer heuer bewältigen will. Ausgehend vom Management der Österreich-Zentrale in Sattledt wird für Konzernmutter Aldi Süd der Markteinstieg in Norditalien gemanagt. Und zwar ganz bewusst unter dem Markennamen der Mutter. "So nehmen uns die Konsumenten als Italiener wahr, denn hier leben 150 Familien namens Aldi", so Hofer-Generaldirektor Günther Helm.

 

Seit März wurden 30 Standorte aufgesperrt. Filiale Nummer 31 nahe Mailand wird kommende Woche folgen. Bis Jahresende sollen es 45 Diskontmärkte werden. "Ein derart schnelles Tempo hatten wir noch nie", sagt Helm bei der Besichtigung der neuen Filiale im Städtchen San Donà di Piave nahe Venedig. Die Eile ergibt sich wohl daraus, die Gunst des Marktes zu nutzen und das lange ungenutzte Potenzial zu heben. Denn seit zweieinhalb Jahren wachse der Diskont-Anteil in Italien. Derzeit liege er bei 17,4 Prozent. "Wir sind viel zu spät in den Markt gegangen", räumt Helm ein. Konkurrent Lidl etwa ist seit 26 Jahren in Italien und mit 600 Filialen präsent.

 

Hofer-Manager Michael Veiser – er pendelt als Aldi-Italia-Geschäftsführer zwischen Sattledt und dem Logistikzentrum in Verona – soll nun ordentlich Gas geben. Denn "einige 100 Filialen sollen in den nächsten Jahren schon hinzukommen", so Helm.

 

Hofer-Konzept neu adaptiert

 

Veiser setzt auf die österreichische Hofer-Strategie, interpretiert sie aber neu. "Unsere Filialen sehen in Italien etwas anders aus, dennoch gibt es Parallelen zu Österreich." Stärker ausgebaut als in Österreich sind die Obst- und Gemüseabteilungen. Sie führen mehr als 100 Frischwaren, die zu 80 Prozent aus Italien stammen.

 

Wenn auch drei Viertel des 1900 Produkte umfassenden Sortiments aus eigens in und für Aldi Italia produzierten Eigenmarken besteht, profitieren österreichische Unternehmen. Mehr als 100 von insgesamt 400 Lieferanten kommen aus Österreich, darunter Gmundner Milch, die H-Milch liefert, weiters Spitz, Red Bull und Kelly. Auch das Konzept der Backbox wurde unter dem Namen "Pan del dì" transferiert. Fischer Brot aus dem Linzer Südpark liefert dazu seine italienischen "Rosetta"-Brötchen. Österreichisches Know-how wird bei der Ausbildung vermittelt. Wer in Österreichs Hofer-Filialen unterwegs ist, wird manches Mal auf italienische Mitarbeiter stoßen, die auf ihre künftigen Führungsrollen daheim vorbereitet werden. Zurzeit sind bei Aldi Italia 1000 Mitarbeiter beschäftigt.

 

Schließlich hat das Wiener Architekturbüro BEHF das zweite große Logistikzentrum konzipiert, das derzeit in Landriano (Pavia) gebaut wird, um den Großraum Mailand und den Westen Italiens besser zu erschließen.

 

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