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Mit der Investitionsprämie, die von 1. September 2020 bis 28. Februar 2021 beantragt werden kann, scheint die Regierung genau das zu erreichen, was sie damit wollte. "Das ist das richtige Instrument zur richtigen Zeit", sagt Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger im OÖN-Gespräch. Es gebe bereits hunderte Anfragen bei der Oberbank zu dieser Förderung.

 

Auch bei der Sparkasse OÖ sei die Nachfrage der Firmenkunden sehr groß, und die Investitionsprämie werde auch sehr positiv aufgenommen, sagt die Vorstandsvorsitzende Stefanie Huber. Die Förderung sei "ein guter Impuls in der aktuellen Situation".

 

Der Raiffeisenlandesbank OÖ geht es ähnlich. "Die Nachfrage ist sehr hoch, es gibt viele Anfragen", sagt Anton Baldinger, Leiter des Teams Strukturierte Finanzierungen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil diese Investitionsprämie nur bis Ende Februar 2021 beantragt werden könne. "Die Regierung will jetzt einen Boost", sagt Baldinger. Dass die Nachfrage so hoch sei, habe auch damit zu tun, dass beinahe jedes Unternehmen aus allen Branchen die Förderung in Anspruch nehmen könne. Ein-Personen-Unternehmen bis hin zu großen Unternehmen kämen als Fördernehmer infrage.

 

Dabei werden Investitionen ab 5000 Euro bis zu maximal 50 Millionen Euro mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss gefördert. Die Basisprämie beträgt sieben Prozent, also zumindest 350 Euro. Die Prämie erhöht sich auf 14 Prozent, wenn Investitionen in Digitalisierung, Ökologisierung sowie Gesundheit getätigt werden.

 

Nicht gefördert werden demnach "klimaschädliche Investitionen", etwa Fahrzeuge mit konventionellen Antrieb aus fossilen Energieträgern.

 

Die Regierung hat die Investitionsprämie mit einer Milliarde Euro dotiert. Das klingt nach sehr viel Geld, trotzdem könnte es schnell in Richtung Ausschöpfung gehen. Angst, dass das Geld ausgehen könnte, muss man trotzdem nicht haben. War man bisher davon ausgegangen, dass die Förderanträge nach dem Prinzip "First come, first serve" abgearbeitet werden und sich daraus eine Art "Windhundrennen" um das Geld entwickeln könnte, ist offenbar nicht zu befürchten.

 

Das Wirtschaftsministerium habe nach vorliegenden Informationen klargestellt, dass alle Unternehmen, die bis 28. Februar 2021 einen Antrag stellen und die auch alle Voraussetzungen erfüllen, einen Investitionsprämie erhalten, hieß es gestern in einer Aussendung der Wirtschaftsprüfungskanzlei LBG. Diese rasche Klarstellung sei erfreulich, damit sei eine sorgfältige Investitionsvorbereitung in den Unternehmen möglich.

 

Rechenbeispiel: So funktioniert die Investitionsprämie

 

Ein österreichisches Produktionsunternehmen will eine ältere Halle thermisch sanieren und drei zusätzliche Maschinen anschaffen. Die ausführenden Firmen werden im September 2020 beauftragt. Der Abschluss dieser Maßnahmen ist für den Juni 2021 geplant. Insgesamt will das Unternehmen 400.000 Euro investieren. Die Maschinen kosten zusammen 300.000 Euro, die Gebäudesanierung schlägt mit 100.000 Euro zu Buche.

 

Die Investitionsprämie würde in diesem Fall 35.000 Euro ausmachen, sieben Prozent für die drei Maschinen ergibt 21.000 Euro. Für die umweltrelevante thermische Sanierung der Halle bekäme das Unternehmen 14 Prozent Förderung, also 14.000 Euro.

 

Nicht gefördert werden "klimaschädliche Investitionen", etwa Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb aus fossilen Energieträgern, der Erwerb von Grundstücken oder Firmenübernahmen und -beteiligungen.

 

 

Von Hermann Neumüller           www.nachrichten.at


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