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LINZ. OÖ-Verkehrsverbund: Vor fünf Jahren fuhren 27 Unternehmen für den Verbund, jetzt 13 – es geht um 100 Millionen Euro im Jahr.

 

 

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl jener Busunternehmen, die im Oberösterreichischen Verkehrsverbund fahren, halbiert. Die Wirtschaftskammer befürchtet, dass der Konzentrationsprozess in Oberösterreich weitergehen wird.

 

100 Millionen Euro schüttet der Oberösterreichische Verkehrsverbund (OÖVV) pro Jahr an jene Busunternehmen aus, die für ihn die Regionalverkehre abwickeln. Ohne die Stadtverkehre legen deren Busse jährlich rund 30 Millionen Kilometer zurück. 85 Prozent der Kosten zahlt die öffentliche Hand. Der Rest kommt aus dem Ticketverkauf.

 

Seit 2009 werden Lose ausgeschrieben, für die sich Linienbusbetreiber bewerben können. Seither hat sich die Zahl der Unternehmen, die ein oder mehr Lose bekommen haben, drastisch reduziert. Viele Unternehmen haben aufgehört oder auf Tourismusfahrten umgestellt. Derzeit fahren 13 Busunternehmen für den OÖVV. "Letztlich wird eine Handvoll Busunternehmen übrig bleiben", sagt Robert Riedl, Fachgruppen-Geschäftsführer in der Wirtschaftskammer. Nicht so dramatisch sieht das OÖVV-Chef Herbert Kubasta: "Es fahren auch viele erfolgreiche kleine Unternehmen für uns."

 

Bekommt ein Busunternehmer kein Los oder kann nicht als Subunternehmer für andere weiterfahren, verliert er automatisch die Konzession für den Linienverkehr. "Vor allem im Mühlviertel hat es viele Familienunternehmen erwischt", sagt Josef Weiermair, Fachgruppenobmann der Sparte Autobus, Luftfahrt und Schifffahrt in der Wirtschaftskammer Oberösterreich.

 

Ein Unternehmen, das vor fünf Jahren auch kein Los mehr bekommen hat, ist die Firma Wiesinger aus Schwertberg. "Wir haben befürchtet, dass es uns passieren kann, und haben uns bereits vorher überlegt, was wir tun können", sagt Wolfgang Wiesinger im Gespräch mit den OÖN. Gemeinsam mit seinem Bruder Werner hat er das Unternehmen auf touristische Reisen umgestellt.

 

Bistrobusse und Flugzeuge

 

Ein Luxusbus nach dem anderen wurde gekauft. Die Spezialität der Schwertberger sind Bistrobusse. Mittlerweile fahren drei Bistrobusse für Wiesinger kreuz und quer durch Europa. Ihre Gäste bekommen frisch gekochte regionale Spezialitäten serviert und genießen Busreisen auf höchstem Niveau.

 

Die Schwertberger gehen auch wirtschaftliche Risiken ein, vor denen sich viele Reiseveranstalter drücken. Sie chartern jedes Jahr acht Flugzeuge, Abflug ab Linz, und müssen diese mit Passagieren füllen. Sonst bleiben sie auf den Kosten sitzen. "Der Erfolg gibt uns recht. Wir setzen im Jahr rund sechs Millionen Euro um", sagt Wolfgang Wiesinger.

 

 

Andreas Kremsner           www.nachrichten.at                https://www.wiesinger-reisen.at/de/


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