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Die oberösterreichische Elektronikfirma Keba mit Hauptsitz in Linz hat im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr die Erlöse in allen Geschäftssparten um insgesamt 20 Prozent auf 304 Millionen Euro steigern können.

 

"Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, dann beträgt das durchschnittliche jährliche Wachstum elf Prozent", sagte gestern, Dienstag, der Vorstandsvorsitzende Gerhard Luftensteiner beim Jahres-Pressegespräch in Linz. Ergebniszahlen nannte er unter Hinweis auf die bevorstehende Aufsichtsratssitzung keine.

 

Vom Umsatzzuwachs von 50 Prozent stammen 22 Millionen vom Zukauf des deutschen Unternehmens LTI Motion Gruppe, das zu einem Viertel konsolidiert wurde. Dieser Zukauf erklärt auch den Anstieg der Mitarbeiterzahl von 1130 auf 1750 (Vollzeitäquivalent). 840 davon arbeiten in den mittlerweile vier Standorten in Linz. Mit der LTI sei die Keba bei der Industrieautomation ein "Gesamtlösungsanbieter" geworden, sagte Luftensteiner. Das Echo der Kunden sei entsprechend positiv. Deshalb rechne er mit weiterem Wachstum in diesem Bereich, der mit gut 40 Prozent das wichtigste Standbein des Unternehmen ist.

 

Seit zehn Jahren produziert Keba auch Ladesäulen und Wallboxes für die E-Mobilität. Damals sei das noch "Zukunftsmusik" gewesen. Experten hätten damals sogar abgeraten, in diesen Bereich zu investieren. Mittlerweile hat Keba 150.000 Wallboxes produziert. Das Geschäftssegment E-Mobilität trägt mittlerweile zu mehr als zehn Prozent des Gruppenumsatzes bei.

 

Im Bereich Bankautomation hat Keba kürzlich eine "Kleinstfiliale" für Bankstandorte mit wenig oder nur temporärer Mitarbeiterbesetzung entwickelt.. Die Automaten ermöglichen Bargeldeinzahlungen und -auszahlungen sowie Kontoservices.

 

 

88 Prozent Exportquote

 

Im angelaufenen Geschäftsjahr wurden wieder 16,3 Prozent des Umsatzes in Forschung & Entwicklung gesteckt. Die Exportquote des Unternehmens liegt bei 88 Prozent. 13 Prozent davon gehen nach Asien. Keba ist mittlerweile in 14 Ländern mit eigenen Niederlassungen präsent. In Shanghai wurde zuletzt ein neues Hauptquartier mit 10.000 Quadratmetern Nutzfläche eröffnet.

 

Auch in Linz wird überlegt, die vier Standorte zu einem zusammenzulegen. Diese "Standortfrage" sei derzeit aber nicht aktuell, sagte Luftensteiner. Man sei aber mit mehreren Gemeinden im Gespräch.

 

Zu den Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sagte Luftensteiner mit Augenzwinkern: "Wir spüren im Auftragseingang jeden Tweet von Herrn Trump." Ernsthaft spürt Keba eine "gewisse Seitwärtsbewegung" im Bereich Industrieautomation, nicht zuletzt wegen der verhaltenen Investitionen der Autoindustrie. Die Bereiche E-Mobilität und Bank- und Logistikautomation liefen aber weiterhin gut.

 

 

Von Hermann Neumüller             www.nachrichten.at


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