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Der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme wird gefördert. Die Branche spricht von wichtigen Impulsen für die Konjunktur.

 

Innsbruck –„Die Sparte Gewerbe und Handwerk arbeitet immer noch“, zieht Franz Jirka, Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, eine vorsichtig positive Bilanz über die von der Coronavirus-Krise geprägten Monate. Die vom Bau bis zu den Energetikern breit gefächerten Fachgruppen nehmen eine Vorreiterrolle für die Zeit nach Krisen ein, ist der Spartenobmann überzeugt.

 

Österreichweit gingen im März die Aufträge in der Sparte um 21 Prozent zurück, in Tirol sogar um 22 Prozent. Das geht aus einer Erhebung der KMU Forschung Austria hervor, untersucht wurden die Monate März bis Mai. Noch massiver war der Corona-Schock im April, der Rückgang betrug österreichweit 31 Prozent, in Tirol 30 Prozent. Auch bei den Bauinstallationen wurde in diesem Monat ein massiver Rückgang der Auftragseingänge um 25 Prozent verbucht. Der Bau kam mit einem Rückgang im April mit einem Minus von sechs Prozent „mit einem blauen Auge“ davon , so Jirka.

 

 

„Völlig zum Erliegen gekommen“ ist mit einem Minus von 90 Prozent im April der Bereich Gesundheit und Wellness. „Das sind jene Betriebe, die sehr mit der Hotellerie verwoben sind und erst jetzt mit den Lockerungen wieder starten können.“ Nach wie vor ohne Aufträge sind die Veranstaltungstechniker, die eine große Abhängigkeit von Messen haben. Erst langsam und unter Auflagen arbeiten sie demnächst wieder.

 

„Jeder Betrieb hat auf die Krise reagiert“, berichtet Jirka. 53 Prozent haben Urlaube abgebaut, 15 Prozent der Gewerbebetriebe mussten Mitarbeiter zumindest vorübergehend kündigen. Besonders schmerzhaft sei, dass 23 Prozent der Betriebe Investitionen in Hallen, Maschinen oder den Fuhrpark gestoppt haben. 117 Millionen Euro an Investitionen in Tirol gehen dadurch verloren.

 

Wertvolle Impulse für das Gewerbe und Handwerk werden durch die kürzlich vorgestellte Sanierungsoffensive des Landes Tirol erwartet. 70.000 Ölkessel zum Heizen gibt es in Tirol noch, rechnet Veronika Opbacher, Innungsmeisterin der Tiroler Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, vor. Durch Förderungen könnten Kunden beim Einbau einer Luftwärmepumpe 65 Prozent der Investitionssumme einsparen. Ein Kesseltausch sei in drei Tagen und vor allem auch im Winter machbar, betont Opbacher.

 

 

Von Cornelia Ritzer                www.tt.com


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