Sprache: DE EN

 

 

Trotz Corona-Krise versprüht die Branche auch Optimismus für 2021, die Euphorie bleibt aber aus.

 

 

Innsbruck – Eine gemeinsame Umfrage von Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer zeigt die großen Herausforderungen für die Tiroler Industrie im neuen Jahr 2021. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Industrie werden (auf einer Notenskala von 1 bis 5) mit 2,99 als sehr gravierend eingeschätzt. Der Wert ist etwas positiver als im Mai mit damals sogar 3,36. Die bis zum Jahresende hochgerechnete Auslastung der Produktion im Jahr 2020 wird von den Unternehmen im Durchschnitt mit einem Minus von rund 8,5 Prozent angegeben. Der Umsatzverlust im Corona-Jahr 2020 beträgt im Schnitt 8,8 Prozent.

 

 

Für 2021 rechnen die Unternehmen mit einer Reduktion des Beschäftigtenstandes von rund 2,5 Prozent (das sind mehr als 1000 Arbeits­plätze), wovon die Lehrlinge aber nicht betroffen sein sollten. 38,5 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sie 2021 nur einen Teil des Rückschlages durch Corona aufholen können. 26,7 Prozent glauben, dass sich die Krise im neuen Jahr noch sehr nachteilig auf die Betriebe auswirken wird. All­e übrigen rechnen mit einer deutlichen wirtschaftlichen Besserung (18,6 Prozent) sowie mit einer Rückkehr auf das Niveau von „vor Corona“ (16,2 Prozent).

 

Die größten Veränderungen durch die Corona-Krise wird es – laut Einschätzung der Unternehmen – in den Bereichen der Digitalisierung (57 Prozent), der Hygiene­maßnahmen (47 Prozent) sowie bei den Arbeitsformen und der Qualifizierung von Mitarbeitern (42 Prozent) geben. Auf dem Weg zurück in die wirtschaftliche Normalität sehen 56 Prozent die Auftragslage als größtes Hindernis, aber auch zu je 32 Prozent die Verfügbarkeit von geeigneten Fachkräften und die mangelnde Rechtssicherheit.

 

„2021 wird uns alles abverlangen"

 

Von der öffentlichen Hand erwarten sich rund 55 Prozent der Firmenchefs eine Beschleunigung der Verfahren und eine Vereinfachung (Digitalisierung) der Verwaltung. Rund die Hälfte wünscht sich die Unterstützung von Investitionen. Rund 40 Prozent erwarten sich die Entlastung bei Steuern und Abgaben.

 

„Wir gehen mit Optimismus, aber ohne Euphorie in das Jahr 2021. Nach dem großen Rückschlag durch Corona wird uns 2021 alles abverlangen“, sagt Industriellen-Präsident Christoph Swarovski. Wer aber den Willen und die Kraft zu Veränderungen hab­e, werde aus der Krise gestärkt hervorgehen.

 

Für Industrie-Spartenobmann Hermann Lindner sei es die Industrie gewohnt, auch mit außergewöhnlichen Situationen umzugehen. „Bei der Bewältigung der größten Wirtschaftskrise seit Menschengedenken müssen aber auch die Rahmenbedingungen angepasst werden, damit wir den Weg zurück in die Normalität schaffen.“ (TT)


Zurück zur News-Übersicht