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café+co importiert Kaffeebohnen aus Uganda nach Wien, Gmundner Betrieb vertreibt Solarsysteme.

 

 

"Bulungi", zu Deutsch "Es ist sehr gut": So heißt jene Kaffeesorte, die ab Ende Februar aus den Automaten des Wiener Kaffeedienstleisters café+co fließt. Die Bohnen dafür stammen aus Uganda. Es handle sich um geschmacksintensiven Premium-Kaffee, sagte café+co-Geschäftsführer Fritz Kaltenegger beim Besuch einer österreichischen Delegation in dem ostafrikanischen Land.

 

café+co mit 1900 Mitarbeitern und 230 Millionen Euro Jahresumsatz arbeitet seit 2012 mit der Banyankole-Kweterana-Kooperative im Südwesten Ugandas zusammen. Diese Vereinigung besteht aus 350 Genossenschaften, in denen Bauern ohne Pestizide anbauen und händisch ernten. Bisher wurde nur gefriergetrockneter Kaffee nach Österreich geliefert, nun folgen ganze Bohnen. café+co bezahlt die Bauern über dem Marktpreis.

 

Die erste 20-Tonnen-Lieferung soll in diesen Tagen in Wien eintreffen, Zwischenhändler fallen weg. In der Rösterei Naber werden die Bohnen verarbeitet. "Es reicht nicht mehr aus, Kaffee in Automaten anzubieten. Die Konsumenten möchten auch wissen, woher er kommt", sagt Kaltenegger.

 

Uganda gilt als zehntgrößter Kaffee-Exporteur der Welt. 209.000 Tonnen gehen pro Jahr ins Ausland. Es gebe aber noch Potenzial, sagt Finanzminister David Bahati. Dafür brauche es Unterstützung aus dem Ausland, auch in anderen Bereichen, etwa im Handel oder im Tourismus. Die Wirtschaft in dem 40-Millionen-Einwohner-Land wächst derzeit um 6,1 Prozent. Die "Perle Afrikas", wie einst von Winston Churchill bezeichnet, weckt auch vermehrt das Interesse österreichischer Unternehmen.

 

Ein solches ist Solantis mit Hauptsitz in Gmunden. Das Unternehmen ist seit drei Jahren in Uganda aktiv und vertreibt dort Solarsysteme für den Privathaushalt. "In Uganda sind 25 Millionen Menschen ohne Strom, die wollen wir erreichen", sagt Firmenchef und Mitgründer Lukas Grüner. Solantis bezieht die Produkte aus China und verkauft sie vor Ort. In Uganda werden Service-Kräfte angelernt. Die Firma hat 70 Beschäftigte.

 

"Ein Mentalitätsproblem"

 

Eine Kooperation gibt es auch zwischen dem Salzburger Unternehmer Jakob Zenz und dem gebürtigen Ugander Patrik Bruni. 28 Mitarbeiter von "Bruni Zenz" züchten Rinder, stellen Ziegelsteine her und bauen Süßkartoffeln an. Die Partnerschaft der Unternehmer läuft seit einem Jahr. Es gehe ihnen nicht nur um Profit, sondern auch um Bewusstseinsbildung, sagen Zenz und Bruni. "Wenn du in Uganda Bauer bist, wirst du als gescheitert angesehen. Diese Mentalität ist ein Problem, das wir ändern wollen."

 

 

Martin Roithner aus Uganda                    www.nachrichten.at


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