FREISTADT. Das Mühlviertler Unternehmen mit bald 200 Mitarbeitern bezieht eine neue Firmenzentrale in Freistadt.

Freetown, die Hauptstadt des westafrikanischen Staates Sierra Leone, hat 1,05 Millionen Einwohner, die Stadtgemeinde Freistadt rund 8000. In der “Free City” sollen demnächst mehrere hundert Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz beziehen. “Free City” heißt das Bauprojekt, das die drei Investoren Walter Kreisel, Philipp Kreisel und Reinhard Hirtl hochziehen. Im März sind die Bagger im Süden von Freistadt aufgefahren, im Februar 2023 soll das Gebäude, in das 15 Millionen Euro investiert werden, fertig sein. Beim Baustellenrundgang, der gestern, Donnerstag, stattfand, waren unter anderen Umweltlandesrat Stefan Kaineder und Umweltministerin Leonore Gewessler zugegen.

Als Ankermieter wird das von Walter Kreisel gegründete und von ihm geleitete Unternehmen Neoom in die “Free City” einziehen. 2018 gegründet, wird demnächst die 200-Mitarbeiter-Marke geknackt werden. Neoom ist auf dezentrale Energiesysteme spezialisiert: Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Stromspeicher, in denen der mittels PV-Anlage selbst produzierte Strom gespeichert wird. Dazu kommen Ladelösungen für Elektroautos.

Neoom, das im Vorjahr auch mit dem OÖN-Digitalpreis “Digitalos” ausgezeichnet wurde, entwickelt zudem Software: So wurde zum Beispiel eine Lösung für Energiegemeinschaften entwickeln, die private Stromproduzenten mit potenziellen Strombeziehern zusammenbringt.

Man wolle mit den Konzepten einen Beitrag zur Energiewende leisten, so Walter Kreisel. Die stark gestiegenen Energiepreise und die Angst vor dem Blackout (darunter versteht man einen länger andauernden, großflächigen Stromausfall) treiben die Nachfrage der Kunden zusätzlich: “Im laufenden dritten Quartal werden wir 700 Anlagen pro Woche ausliefern”, sagt Walter Kreisel, der für das heurige Geschäftsjahr ein deutliches Umsatzplus auf 70 Millionen Euro prognostiziert. Die “Free City” soll laut Kreisel “der größte Stromspeicher in Oberösterreich” werden. PV-Anlagen werden an allen vier Seiten der Fassade und auf dem Dach angebracht, 70 Ladestationen für E-Autos wird es geben. Der überschüssig produzierte Strom wird in den eigenen Stromspeichern gespeichert. (prel)

www.nachrichten.at