|
Namhafte Marktforschungsinstitute führen seit 1995 jeweils im Frühjahr
und im Herbst umfangreiche Online-Befragungen der Internet-Nutzer durch.
Bei der zwölften Umfrage beantworteten rund 87 500 Onliner die Fragen.
Inzwischen wurden die ersten Ergebnisse veröffentlicht. An der Online-Erhebung
nehmen nur Personen teil, die das World Wide Web tatsächlich nutzen,
sowie fähig und willens sind, den Online-Fragebogen im Internet auszufüllen.
Die Ergebnisse liefern also keinen repräsentativen Querschnitt der
Bevölkerung, sondern ein Profil derjenigen, die bereits Online-Zugang
haben.
Während die achte Umfrage im ersten Halbjahr 1999 mit sechs Prozent
einen erheblichen Zuwachs an Frauen im Netz ergab, stagniert ihr prozentualer
Anteil 1999 bei rund 23 Prozent. Die zwölfte Umfrage ergab nun einen
Anteil von 33,9 Prozent. Die WWW-Anwenderinnen sind im Durchschnitt jünger
als ihre männlichen Kollegen.
In den Altersgruppen zwischen 14 und 30 Jahren sind besonders viele Frauen
vertreten. Bei den unter 20-Jährigen ist der Anteil von Frauen und
Männern fast gleich: 49,4 Prozent der Nutzer sind weiblich. Erst
bei den Internet-Nutzern ab 30 haben die Männer nach wie vor ein
deutliches Übergewicht. Hinsichtlich der Schul- und Berufsausbildung
relativiert sich der Bildungsstand der deutschsprachigen Internet-Nutzer
zunehmend. Ende des Jahres 1995 konnten beispielsweise 95 Prozent der
befragten WWW-Nutzer ein Abitur aufweisen, im Frühjahr 2000 sind
es "nur" noch knapp 47,5 Prozent.
Auf der anderen Seite sind immer mehr Menschen mit Hauptschulabschluss
und Mittlerer Reife im Netz: Ihr prozentualer Anteil stieg seit dem Herbst
1995 von 5 Prozent auf über 45 Prozent an. Einen Universitätsabschluss
haben nur noch halb so viele Nutzer wie 1995, nämlich rund 12 Prozent.
Der Anteil der Netzbesucher mit einer abgeschlossenen Lehre als höchstem
Ausbildungabschluss hat sich seit 1995 hingegen verdoppelt und liegt bei
43,1 Prozent.
Interessant ist die Entwicklung der Altersstruktur der deutschsprachigen
Internet-Nutzer. Der Anteil der "Senioren" (50 Jahre und älter)
steigt kontinuierlich. Die Wachstumsrate dieser Altersgruppe ist enorm:
Ihr Anteil an der deutschsprachigen Internet-Gesamtnutzerschaft hat sich
vom Herbst 1995 bis Frühjahr 2000 nahezu verfünffacht. Inzwischen
zählen 13,6 Prozent zu den "Senioren" ab 50 Jahren. Auch
der Anteil junger Nutzer bis 19 Jahre ist gewachsen, die einst stärkste
Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen hingegen nimmt kontinuierlich
ab.
Geschlecht
| Männer |
66,1 Prozent |
| Frauen |
33,9 Prozent |
Alter
| Bis 19 Jahre |
8,1 Prozent |
| 20 bis 29 Jahre |
28,0 Prozent |
| 30 bis 39 Jahre |
31,2 Prozent |
| 40 bis 49 Jahre |
19,1 Prozent |
| 50 Jahre und älter |
13,6 Prozent |
Berufsausbildung
(höchster, bereits absolvierter Abschluss)
| Bisher keine |
17,0 Prozent |
| Lehre/Ausbildung |
43,1 Prozent |
| Berufsakademie |
6,1 Prozent |
| Fachhochschule |
13,2 Prozent |
| Universität |
12,4 Prozent |
| Promotion |
2,1 Prozent |
| Sonstige |
6,1 Prozent |
Verhalten im WWW - Was wollen die Netz-Besucher?
Eines ist offensichtlich: In wenigen Jahren hat sich das Internet im
Alltag seiner Nutzer etabliert. Auf die Frage nach der Bedeutung des WWW
für das tägliche Leben antworteten fast 40 Prozent der Teilnehmer,
dass sie keinesfalls mehr darauf verzichten möchten. Je länger
sich jemand an das Medium gewöhnt hat, desto mehr trifft dies zu:
Bei den Nutzern mit mindestens zwei Jahren Online-Erfahrung hält
fast die Hälfte das Netz für unentbehrlich, während es
bei den Einsteigern nur 22,8 Prozent sind.
Für weitere knapp 40 Prozent der Gesamt-Nutzer spielt es immerhin
eine wichtige, nur für zwei Prozent eine unbedeutende oder negative
Rolle im Alltag. Noch nicht selbstverständlich ist für die Internetanwender
das Shopping im Netz. Als Gründe für die Zurückhaltung
werden die "allgemeine Diskussion um Sicherheitsaspekte beim Online-Einkauf"
und die finanziellen Schwierigkeiten bei WWW-Anbietern gesehen. Immerhin
planen rund 53 Prozent der Befragten "bestimmt" einen Einkauf
im Netz.
Im Herbst 2000 waren es noch rund 64 Prozent gewesen. Ein Drittel der
Teilnehmer möchte "vielleicht" eine Online-Shopping-Tour
unternehmen, das sind vier Prozent mehr als bei der letzten Umfrage. Nur
7,6 Prozent wollen nicht im Internet kaufen. Eine repräsentative
Studie mit über 8000 Interviewten führten drei Institute im
Dezember 2000/Januar 2001 für den "GfK Online-Monitor"
durch.
Die Top-10-Aktivitäten der 14- bis 69-jährigen Befragten
sind:
| Private E-Mails senden/empfangen |
52 Prozent |
| Berufliche Informationen einholen |
39 Prozent |
| Berufliche E-Mails senden/empfangen |
27 Prozent |
| Informationen über CDs und Musik |
25 Prozent |
| Aktuelle Nachrichten |
25 Prozent |
| Infos zu Computer und Software |
24 Prozent |
| Online-Banking |
23 Prozent |
| SMS senden/empfangen |
20 Prozent |
| Aktienmarkt, Börsenkurse |
20 Prozent |
| Software-Downloads |
19 Prozent |
Nach den Aktivitäten im Web erkundigten sich auch die Marktforscher
der VNU-Marktstudie "Internet Trak", bei der in vier Wellen
bis zum Juli 2000 in Deutschland, Großbritannien und Frankreich
über 1500 Teilnehmer telefonisch interviewt wurden. In allen drei
Ländern nutzen mehr als drei Viertel der befragten Anwender Suchmaschinen.
Die Recherche zu einem bestimmten Thema ist für 63 Prozent der deutschen
und für 87 Prozent der französischen Befragten ein Hauptgrund
für das Surfen im Internet, Informationen zu Produkten oder Dienstleistungen
holen sich 73 Prozent der deutschen, 70 Prozent der britischen und 66
Prozent der französischen Teilnehmer.
Rund die Hälfte der Befragten in den drei Ländern lesen aktuelle
Nachrichten und laden Software aus dem Netz auf ihren Rechner. Beim Chatten
sind die Franzosen mit 46 Prozent am aktivsten, die Deutschen mit 40 und
die Briten mit 33 Prozent etwas zurückhaltender.
Eine Einteilung der Internetnutzer anhand ihres Online-Verhaltens haben
McKinsey und MMXI Europe in einer Studie vorgenommen. Sieben Gruppen kamen
dabei heraus. Die größte bilden mit 26 Prozent der Nutzer die
Schnupperer, sich pro Monat mit 4,4 Stunden durchschnittlich lang im Web
aufhalten und sich dabei relativ schnell durch die verschiedensten Themengebiete
bewegen.
Die Kontakter (22 Prozent) hingegen stürzen sich in ihrer (kurzen)
Online-Zeit auf Seiten wie GMX, Hotmail oder Bluemountain, um E-Mails
zu verschicken. Convenience-Orientierte (21 Prozent) nutzen das Internet
zum Einkaufen oder Recherchieren, um sich das Leben zu erleichtern.
Auch die Routiniers (14 Prozent) konzentrieren sich auf Seiten, die Informationen
bringen, etwa Finanz- und Wirtschaftsangebote. Die Surfer, 11 Prozent
der Nutzer, verbringen im Schnitt monatlich 13,4 Stunden im Netz und bewegen
sich wie die Schnupperer zügig von Site zu Site. Jeweils drei Prozent
der Nutzer schließlich gehören zu den Schnäppchenjägern
und den Entertainment-Orientierten.
Erstere suchen in erster Linie Preisinformationen und lieben Seiten wie
Ebay oder Letsbuyit, Letztere verbringen viel Zeit im Netz und konzentrieren
sich auf ihre Hobbys wie Computerspiele, Sport oder Schach.
Internet-Adressen - Domains im Web
Nach einer Schätzung der Vermittlungsfirma GreatDomains.com sind
97 Prozent aller Begriffe im "Webster", dem Standard-Wörterbuch
der englischen Sprache, in den USA schon für Internet-Adressen vergeben.
Die häufigste Endung im Internet war und ist ".com". Hinter
ihr verbirgt sich gut ein Drittel, nämlich 31 Prozent der insgesamt
über 123 Millionen Hosts, das sind mit dem Internet verbundene Computer
und Server. Mit einigem Abstand folgen ".net" und ".edu".
Erst danach findet man Endungen, die eindeutig auf das Herkunftsland schließen
lassen. Spitzenreiter sind Japan, Kanada, Großbritannien, Deutschland,
und die Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten liegen zwar nur auf
Rang neun. Berücksichtigt man allerdings, dass sich hinter einem
Großteil der ".com"-Endungen Firmen mit Hauptsitz in den
USA verbergen, dann verschiebt sich das Bild insgesamt zu Gunsten des
WWW-Weltmeisters USA.
Zahl der Internet-Hosts nach Endung (gerundet)
| 1. |
.com - Kommerzielle Sites |
38.405.800 |
| 2. |
.net - Netzwerke |
36.490.800 |
| 3. |
.edu - Bildungseinrichtungen |
7.976.260 |
| 4. |
.jp - Japan |
5.908.140 |
| 5. |
.ca - Kanada |
2.780.070 |
| 6. |
.uk - Großbritannien |
2.534.830 |
| 7. |
.it - Italien |
2.334.040 |
| 8. |
.de - Deutschland |
2.239.370 |
| 9. |
.us - Vereinigte Staaten |
1.845.920 |
| 10. |
.mil - US-Militär |
1.815.910 |
| 11. |
.au - Australien |
1.706.980 |
| 12. |
.nl - Niederlande |
1.664.930 |
| 13. |
.fr - Frankreich |
1.436.960 |
| 14. |
.org - Organisationen |
1.305.800 |
| 15. |
.se - Schweden |
1.048.450 |
| 16. |
.gov - Regierungen |
951.200 |
| 17. |
.fi - Finnland |
831.906 |
Browser-Marktanteile - Gewicht verschoben
Internet Explorer gegen Communicator: Microsoft hat den langjährigen
"Browser-Krieg" mit Netscape um die Marktanteile ihrer WWW-Zugangsprogramme
gewonnen. Der Anteil des Netscape-Navigators lag 1996 bei fast 90 Prozent.
Seitdem sank er kontinuierlich. Auch andere Zugangs-Software hatte keine
Chance.
Die Entwicklung der Browser-Anteile in Deutschland:
| |
Netscape
|
Microsoft
|
Sonstige
|
| |
|
|
|
| April/Mai 1996 |
88,1 %
|
3,3 %
|
8,6 %
|
| Okt./Nov. 1996 |
82,1 %
|
13,3 %
|
4,6 %
|
| April/Mai 1997 |
75,6 %
|
18,2 %
|
6,2 %
|
| Okt./Nov. 1997 |
60,2 %
|
37,5 %
|
2,3 %
|
| April/Mai 1998 |
58,3 %
|
40,7 %
|
1,0 %
|
| Okt./Nov. 1998 |
52,5 %
|
46,0 %
|
1,5 %
|
| April/Mai 1999 |
47,5 %
|
51,5 %
|
1,0 %
|
| Okt./Nov. 1999 |
40,0 %
|
59,2 %
|
0,7 %
|
| April/Mai 2000 |
33,5 %
|
66,1 %
|
0,4 %
|
Die US-Site Browser-Watch und Webhits kommen zu folgenden Zahlen: Webhits
ermittelte Anfang Juni 2001 74,4 Prozent für den Microsoft Internet
Explorer und 24,4 Prozent für den Netscape Navigator. Browserwatch
zählte 66,1 Prozent für Microsoft und 19,6 Prozent für
Netscape. Die Zahlen können allerdings nicht als repräsentativ
betrachtet werden, sie werten lediglich die Besuche auf der eigenen bzw.
(bei Webhits) die Besuche auf den Kundenseiten im betreffenden Monat aus.
Suchmaschinen
Yahoo ist nach wie vor auch weltweit die beliebteste Suchmaschine, sie
wird von über 40 Prozent der User benutzt (NUA, 31.3.2001). In der
NUA-Liste folgen dann allerdings Google mit knapp 14 Prozent, MSN mit
13 Prozent und AOL mit 5,4 Prozent.
MSN hat besonders in den USA einen beeindruckenden Aufstieg hinter sich:
Während im Januar 1999 nur gut ein Prozent der Anfragen an die Microsoft-Suchmaschine
gingen, war sie im März 2001 bereits die am zweithäufigsten
benutzte Suchhilfe.
Zahlen für die Nutzung der Suchmaschinen im deutschsprachigen Web
findet man bei Webhits.de, allerdings nicht repräsentativ, sondern
als Auswertung von Kunden-Webseiten. Bei den Suchmaschinen hat Yahoo -
lange Zeit unangefochten an der Spitze - dort an Beliebtheit verloren
und kämpft mit Google um den ersten Platz. Beide schwanken in der
täglich aktualisierten Statistik um 20 Prozent. Der Aufstieg der
als sehr schnell bekannten Suchmaschine Google ist beeindruckend: Ihr
Anteil lag rund ein Jahr zuvor noch bei etwa sechs Prozent.
Nutzung der Suchmaschinen und Online-Kataloge in Prozent:
| Google |
19,6 Prozent |
| Yahoo |
19,2 Prozent |
| Lycos |
11,6 Prozent |
| Fireball |
8,9 Prozent |
| web.de |
7,6 Prozent |
| Altavista |
6.7 Prozent |
| MSN Web-Suche |
6,2 Prozent |
| Meta.Ger |
6,1 Prozent |
| Infoseek |
4,2 Prozent |
| Allesklar |
1,0 Prozent |
|